31.10.2016, 11:17 Uhr

„In der Erinnerung tobt noch das Leben“

Erich Steiner organisierte das "Neuwerklertreffen" und freute sich über 250 ehemalige Neuwerk-Bewohner.

250 Bewohner der ehemaligen Neuwerk-Siedlung in Donawitz trafen einander beim siebenten „Neuwerklertreffen“, um sich gemeinsam zu erinnern.

LEOBEN. Für Erich Steiner ist es ein Herzensanliegen seine alte Heimat, die ehemalige Neuwerksiedlung in Donawitz, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Deshalb organisiert er seit Langem im Vierjahresrhythmus die sogenannten Neuwerklertreffen. Vor Kurzem fand das siebente Treffen dieser Art im Communications Center Donawitz statt und unglaubliche 250 einstige Bewohner der Siedlung kamen aus ganz Österreich, wie Erich Steiner stolz erzählt. „Im 19. und 20. Jahrhundert war Neuwerk in Donawitz eine Arbeitersiedlung - arm, aber voll rauem Charme. Mittlerweile sind die meisten Häuser abgerissen, nur noch zwei Menschen leben dort“, erzählt der 69-Jährige, der mit sechs Jahren in die Siedlung kam und als 30-Jähriger im Jahr 1977 wegzog. Mittlerweile lebt der pensionierte Gefahrgutbeauftragte in Trofaiach, die Gedanken an seine Kindheit in Donawitz lassen ihn aber nicht los. „In meiner Erinnerung tobt noch immer das Leben in der Neuwerksiedlung, die bis in die 1980er-Jahre das Ortsbild bestimmt hat. Heute bin ich traurig, wenn ich durch Neuwerk fahre“, so Steiner, der begeisterter Sammler von historischen Fotos seines Heimatbezirkes ist und bereits zwei Bildbände über die Geschichte Trofaiachs und die Eisenstraße herausgegeben hat. Dass soviele ehemalige Neuwerkler zum Treffen kamen, freut ihn deshalb umso mehr. „Es war ein Drei-Monats-Unterfangen, das Treffen zu organisieren. Ich bin zu den meisten persönlich hingefahren, um sie einzuladen“, sagt Steiner. Leider konnte ein Herr aus Amerika diesmal nicht kommen, der gerne dabei gewesen wäre. Dafür freute sich Steiner besonders über den Besuch von Doris Wolkner-Steinberger, Direktorin des Tierparks Herberstein, oder Werner Schmidt, Hauptmann der Feuerwehr Donawitz, die ebenfalls einstige Neuwerkler sind. Unter den 250 Teilnehmern, von denen manche bereits ein hohes Alter erreicht haben, wurden Erinnerungen ausgetauscht und Neuwerk so für kurze Zeit wieder zum Leben erweckt. Neben den großen Treffen lädt Erich Steiner auch jeden ersten Sonntag im Monat ab zehn Uhr zu kleineren ins Café Zentral in Donawitz. „Hier sind wir immer zwischen zehn und 30 Leute, die alle in Neuwerk aufgewachsen sind. Wer Neuwerkler ist, wird das auch sein, wenn alles nur noch in der Erinnerung existiert“, so Erich Steiner.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.