24.11.2016, 10:24 Uhr

Neues Projekt bringt Kinder und Jugendliche an die Montanuniversität

Heinz Moitzi (AT&S), Paul Felsberger (voestalpine), Wilfried Eichlseder (Montanuniversität Leoben) und Siegfried Barones (KPH Graz) bei der Präsentation von SCHOOL@MUL (v.l.) (Foto: Montanuniversität)
LEOBEN. Völlig neue Wege der Wissensvermittlung an Kinder und Jugendliche im Volksschul- und Unterstufen-Alter geht die Montanuniversität Leoben. In Zusammenarbeit mit der Kirchlich Pädagogischen Hochschule KPH Graz und gemeinsam mit fünf regionalen Partnerschulen sowie den Industriebetrieben AT&S und voestalpine wurde das Projekt „SchülerInnen-Uni – Montanuniversität macht Schule (SCHOOL@MUL)“ gestartet. Im Zentrum des von der FFG geförderten Vorhabens stehen Entwicklung und Umsetzung eines innovativen Bildungsangebots für Schüler rund um Fachbereiche der Alma Mater Leobiensis.
„Die Montanuniversität hat in der Vergangenheit bereits verschiedene Anstrengungen unternommen, Kinder und Jugendliche für die Welt der technischen Wissenschaften zu begeistern. Die Erfahrungen damit fließen in das neue Projekt ein“, betont Montanuni-Rektor Wilfried Eichlseder. Um diese Zielgruppe unabhängig ihrer sozialen und geografischen Herkunft und ihres Geschlechts zu erreichen, ist SCHOOL@MUL – im Gegensatz zu anderen „Kinderuni“-Konzepten – nicht als Freizeitaktivität geplant. Die Kinder und Jugendlichen nehmen im geschlossenen Klassenverband am Projekt teil. Ziel ist, sie für eine Karriereentscheidung in technischen Berufen oder angewandter Forschung zu begeistern und so mitzuhelfen, das Humanpotenzial für den FTI-Sektor in der Region zu vergrößern. Mit diesem Ansatz konnte das Projekt auch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen der 5. Ausschreibung zur Förderschiene „Talente regional“ vorbehaltlos überzeugen.


Begeisterung früh wecken

„Aktuelle Studien zeigen, dass Kinder in der Volksschule sehr begeisterungsfähig für technische und naturwissenschaftliche Inhalte sind, dieses Interesse aber vor allem mit dem Übergang in die weiterführenden Schularten deutlich abnimmt“, erklärt KPH Graz-Rektor Hofrat Dr. Siegfried Barones. „Dieses Projekt bietet die Chance, Lehrerinnen und Lehrer dabei zu unterstützen, einen spannenden, anschaulichen Unterricht zu gestalten, der die Kinder und Jugendlichen anspricht und die Motivation aufrechterhält.“
Neu am Konzept von SCHOOL@MUL ist auch die aktive Mitwirkung zweier Spitzenvertreter der österreichischen Industrie. „Die Wirtschaft braucht innovative Bildungsangebote“, ist Ing. Heinz Moitzi, Chief Operations Officer der AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, überzeugt. „SCHOOL@MUL liefert wichtige Impulse, um Schüler bereits früh für technische Berufe sowie angewandte Forschung zu begeistern, und unterstützt Unternehmen somit dabei, bereits heute die Talente von morgen ins Boot zu holen“, so Moitzi.
Auch die voestalpine ist als Partnerunternehmen bei SCHOOL@MUL dabei. „Um die strategische Ausrichtung der voestalpine auf Premium-Qualitätsprodukte auch künftig abzusichern, sind technikbegeisterte Jugendliche sowie die Förderung ihrer Talente eine wichtige Voraussetzung und ein großes Potenzial für unseren Erfolg“, betont Mag. Paul Felsberger, Geschäftsführer der voestalpine Stahl Donawitz GmbH und Head of HR der voestalpine Metal Engineering Division.


Kunststofftechnik und Metallurgie 2017 im Mittelpunkt

Themenschwerpunkte von SCHOOL@MUL sind „Kunststofftechnik“ und „Metallurgie“ im Sommersemester 2017 bzw. „Primär- und Sekundärrohstoffe“ im Sommersemester 2018 – Fachbereiche, die keinem klassischen Unterrichtsgegenstand entsprechen und deren Berufsbilder vielen Jugendlichen und deren Eltern nicht geläufig sind. In den vergangenen Wochen haben die Projektpartner mit Unterstützung eines Experten-Teams der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule der Diözese Graz-Seckau (KPH Graz) begonnen, altersadäquate didaktische Methoden zur bestmöglichen Vermittlung dieser Wissensgebiete zu erarbeiten.
In zwei Durchläufen 2017 und 2018 werden die Themen dann jeweils ein Semester lang in den Schulunterricht eingebettet. Höhepunkt sind spannende Projekttage in den Labors und Werkhallen der Montanuniversität, in deren Rahmen die Kinder und Jugendlichen selbst viele Experimente durchführen und sich als „Forscher“ erproben dürfen. Bei Besuchen der eingebundenen Unternehmen können die Schüler zudem erste Kontakte mit zwei großen Leitbetrieben der Region knüpfen. Dabei erleben sie, wie Forschung dazu beiträgt, reale Produkte weiterzuentwickeln, und welch wichtige Bedeutung dem in der Schule gelehrten Mathematik-, Physik- oder Chemiewissen im späteren Leben zukommt.
Pro Jahr nehmen 30 Klassen (ca. 750 Kinder und Jugendliche) der Partnerschulen an SCHOOL@MUL teil. Dazu kommen bis zu zehn weitere Schulen, die über einen Kooperationszuschuss der FFG mit eigenen Vorhaben am Projekt andocken können. „Aktuell schließen wir gerade entsprechende Verträge mit dem Abteigymnasium Seckau und dem Akademischen Gymnasium Graz ab“, erläutert Projektleiterin Mag. Julia Mayerhofer-Lillie, die sich auf Anträge weiterer Bildungseinrichtungen freut.

Das Förderprogramm „Talente regional“

Das vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) finanzierte Programm „Talente regional“ ermöglicht die nachhaltige Vernetzung von Bildungseinrichtungen mit Wirtschaft und Forschung. Gefördert werden Projekte, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, sich über einen längeren Zeitraum mit Forschung, Technologie und Innovation (FTI) in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik auseinanderzusetzen. Kinder und Jugendliche sollen sich dabei mit spannenden Themen beschäftigen, forschen, experimentieren und Tätigkeiten und Berufsbilder in FTI kennenlernen.
Insgesamt wurden von der FFG im Rahmen der 5. Ausschreibung 23 von 71 eingereichten Projekten zur Förderung ausgewählt.
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