22.11.2016, 11:44 Uhr

Nicht raunzen, sondern handeln

Erich Biberich ist der Stratege für die Innenstadtentwicklung von Trofaiach.

Die Stadtgemeinde Trofaiach hat neue Wege für die Zukunft ihrer Innenstadt eingeschlagen.

TROFAIACH. Die Hauptstraße und das historisch gewachsene Zentrum in Trofaiach haben schon bessere Zeiten gesehen. Das Ortszentrum hat sich an die Peripherie verlagert, neue Verkaufsflächen sind dort entstanden. Ein Problem, mit dem Trofaiach nicht alleine dasteht.
Die Stadtverantwortlichen nehmen diese Situation ernst und wollen dieser Entwicklung gezielt entgegensteuern. Seit eineinhalb Jahren setzt die Stadtgemeinde Trofaiach auf eine professionelle Innenstadtentwicklung. Die Bevölkerung, Wirtschaftstreibende, externe Berater und Politiker stellen sich gemeinsam dieser Problematik. Viele Anregungen und Ideen sind entstanden. Sie sollen nicht in der Schublade verstauben, sondern Schritt für Schritt umgesetzt werden.


Neuer Entwicklungsraum

Erich Biberich wurde als Innenstadt-Projektleiter eingesetzt, ein neues Innenstadtbüro wird am Donnerstag dieser Woche eröffnet. "Damit wird der Weiterentwicklung der Innenstadt neuer Raum gegeben, im wahrsten Sinne des Wortes", sagt Bürgermeister Mario Abl.
Die WOCHE hat Erich Biberich in seinem neuen Büro besucht und interessante Aspekte der Innenstadtentwicklung erfragt. Der gebürtige Niederösterreicher lebt seit zehn Jahren hier, als "Zuagroaster" hat er sich aber den Blick über den Kirchturm hinaus bewahrt.
Das Innenstadtbüro dient als zentrale Anlaufstelle für Bürger, Ideengeber oder Gewerbetreibende. "Zu mir kommen Menschen mit konstruktiven Vorschlägen. Nicht raunzen, sondern handeln, ist die Devise. Wir wollen die Menschen einladen, hier in Trofaiach ihre Vorhaben zu verwirklichen. Denn mit der Motivation kommt die Aktivität", sagt Biberich. Im Bewusstsein, dass vorerst kleine Kuchen gebacken werden. Aber aus kleinen Stücken kann ein schmackhaftes Ganzes entstehen.


Hohe Erwartungen

Erste Schritte sind sichtbar: Die moderne LED-Beleuchtung, das neue Innenstadtbüro, der "Trofaiach-Tandler" (ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Trofaiach GmbH, Lebenshilfe Trofaiach, Trofaiacher Kunsthandwerkern), der neue – zum Teil gebührenfreie – Parkplatz am südlichen Bereich der Hauptstraße, die Fahrbahn wurde saniert.
Eine vielversprechende Annäherung mit den Hausbesitzern ist erfolgt. "Im Jänner nächsten Jahres gibt es ein großes Treffen, davon erwarte ich mir einiges", sagt Biberich.
Wohnungen für junge Leute sollen in der Hauptstraße entstehen, direkt in der kleinen, aber feinen Lokalszene der Stadt. Das Stadtfest – ein gemeinsames Projekt von Bevölkerung und Stadtverwaltung – wird es 2017 wieder geben, nachgedacht wird auch über verstärkte kulturelle Aktivitäten ebendort.
Gastronomie und Schanigärten können neues Leben bringen. "Handelsbetriebe werden wir dort schwer hinbekommen, aber Handwerksbetriebe, beispielsweise ein Schuster, wären denkbar", sagt der Innenstadt-Projektleiter. Gemeinsam mit alteingesessenen Geschäften könne ein interessanter Branchenmix entstehen, der die Hauptstraße wieder zu einem Zentrum für die ganze Stadt macht.
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