16.11.2016, 07:00 Uhr

Österreichisches Pilotprojekt

Das "mineroom" im Leobener Stadtteil Leitendorf ist eines der modernsten Studentenwohnhäuser in Österreich. (Foto: Foto Freisinger)
Leoben: Studentenhaus "mineroom" |

Tag der offenen Tür im Studentenhaus "mineroom" am 24. November.

LEOBEN. Das größte Studierendenwohnhaus Österreichs, das in Holzbauweise gebaut wurde, steht in Leoben. Zitate aus dem Bergbau, mit dem die Stadt und die Montanuniversität seit Generationen verbunden sind, finden sich im Gästehaus "mineroom" wieder. Das großvolumige Passivhaus bietet Platz für 200 internationale Gäste, großteils Stipendiaten der OeAD-GmbH. Inspiriert von der Lebendigkeit und dem Farbenspiel des Erzgesteins sind die formal klaren Baukörper mit einer plastischen, mehrfärbigen Holzschalung verkleidet.

Stollen und Stuben

Die Stulpschalung, die aus der unbehandelten Lärchenholzschalung hervorbricht, zieht sich aderförmig über das Gebäude. Stollen führen als unregelmäßig breite Gänge durchs Gebäude, durchbrechen immer wieder die Gebäudehaut und öffnen sich in Form von allgemein genutzten Stuben und Gemeinschaftsräumen. Dadurch werden alle Gang- und Stiegenflächen natürlich belichtet. Den Studierenden stehen großzügige Gemeinschaftsflächen zur Verfügung: Sie können sich in der gemütlichen Eingangshalle oder in der Gösserstube treffen oder im Fitnessraum Ausgleich suchen.

Terrasse zum Chillen

Wenn das Wetter es zulässt, stehen diverse Terrassen, Innenhof und Garten mit Chill-Möbel zur Verfügung. Das ökologische Gebäude, das die OeAD-WohnraumverwaltungsGmbH betreibt, stellten Bauträger Ennstal Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft, Generalübernehmer Swietelsky Baugesellschaft und Weissenseer Holz-System-Bau sowie die Architektinnen Feirer und Frankel von aap.architekten in nur einem Jahr fertig.
An den Südfassaden befinden sich grüne Wände, die das Mikroklima positiv beeinflussen. Sie sorgen für Kühlung und Luftbefeuchtung und binden gleichzeitig Schadstoffe aus der Luft.


Daten & Fakten

Bauherr von "mineroom" ist die Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Ennstal, Betreiber die OeAD-WohnraumverwaltungsGmbH.

Die Grundstücksfläche beträgt insgesamt 3.214 Quadratmeter, die Nettonutzfläche 5.900 Quadratmeter. Für "mineroom" wurden 1.900 Kubikmeter Holz verbaut, welche rund 2.000 Tonnen CO₂ binden können. 388 Photovoltaik-Module wurden auf einer Gesamtfläche von 620 Quadratmetern auf den drei Flachdächern installiert, um das Gebäude mit der nötigen Sonnenenergie zu versorgen.

Die Anlage liefert 116,7 kWp, über das Jahr verteilt 110.000 kWh. Das entspricht 30 Tonnen CO₂, die pro Jahr eingespart werden. 50 Elektroautos könnten damit ein Jahr lang betrieben oder 25 Einfamilienhäuser mit Strom versorgt werden. Der Heizwärmebedarf beträgt pro Quadratmeter 13 kWh.

Tag der offenen Tür

Am Donnerstag, 24. November, lädt "mineroom" Interessierte ab 10 Uhr zum Tag der offenen Tür.

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