20.06.2017, 14:55 Uhr

Vier Persönlichkeiten, ein Diskussionsthema: "Menschenrechte in Gefahr"

Irmgard Griss bei der Amnesty-Podiumsdiskussion in Leoben.

Vier prominente Persönlichkeiten setzten sich in der Montanuniversitätsaula zur Podiumsdiskussion "Menschenrechte in Gefahr" zusammen.

LEOBEN. "Sind unsere Menschenrechte in Gefahr?" Das war kürzlich die zentrale Frage bei einer großen Podiumsdiskussion anlässlich des Weltflüchlingstages in der rappelvollen Aula der Montanuniversität Leoben. Die Stühle am Podium waren diesmal besonders prominent besetzt: Es diskutierten Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss, Schauspieler und Literat August Schmölzer, Amnesty International Österreich Generalsekretär Heinz Patzelt, und Pressesprecher des Innenministeriums Karl-Heinz Grundböck. Aus einem anfänglichen Frage-Antwort-Prinzip zwischen der Moderatorin Claudia Gigler und den Gesprächsteilnehmern entwickelte sich bald eine rege Disukussion.

Keine leichte Frage

Da eine Frage diesen Kalibers nicht einfach mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden kann, entwickelte sich die Gesprächskultur bald in einer allgemeinen Diskussion über Integration und das Zuwanderungsproblem. Dabei versuchten die Gesprächspartner, sich nicht auf ein Thema festzufahren und wild darüber zu streiten, sondern gemeinsam die Problematik von besonders vielen Seiten zu beleuchten. Während Patzelt die Politik anfänglich stark kritisiert und teilweise mit Menschenrechtsbrüchen konfrontiert, versucht Griss die missliche Lage von Politikern, die zwischen den Schicksalen der Geflohenen und den Ängsten der Bevölkerung abwägen müssen, aufzuzeigen. "Politiker müssen abwägen," erklärt die ehemalige Bundespräsidentschaftskandidatin, "man braucht auch immer ein offenes Ohr für die Sorgen der Menschen."


Nicht nur darüber reden

Die Liste an Gesprächsthemen war schier unendlich. Von der Schließung der Mittelmeerroute, über das menschrechtskonforme Abwickeln der Asylverfahren bis hin zu echten Geschichten und Schicksalen von Flüchtlingen, wurden viele Themenbreiche angeschnitten und diskutiert. In einem waren sich jedoch alle einig: Es muss etwas getan werden. "Wir müssen endlich beginnen zu helfen, und nicht nur darüber zu reden," appelliert Patzelt inständig. Schmölzer sind dabei vor allem persönliche Faulheit und Feigheit ein Dorn im Auge: "Das sind die schlimmsten, die sagen ,Ich kann eh nichts machen' ." "Am Schluss," so Patzelt zum Publikum, "sind Sie es, die die Menschenrechte verteidigen."
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