09.01.2018, 08:55 Uhr

Wo es im Bezirk am öftesten kracht

Alleine im ersten Halbjahr 2017 gab es im Bezirk Leoben 102 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 133 Menschen verletzt und eine Person sogar getötet. (Foto: Fotolia/Stefan Körber)

Jeder Unfall ist einer zuviel. Im Bezirk gab es im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 102 Unfälle mit Personenschaden.

Manche führen es auf besondere Strahlungen im Erdreich zurück, andere denken an schwarze Katzen, die dort besonders oft den Weg kreuzen, wieder andere machen schlicht den Zufall oder die zunehmende Ablenkung im Straßenverkehr dafür verantwortlich, wenn es an bestimmten Stellen besonders oft zu Unfällen kommt.Über 2.700 Unfälle mit Personenschaden wurden in der Steiermark im ersten Halbjahr 2017 verzeichnet. Viele davon ließen sich mit Sicherheit verhindern, würden sich die Verkehrsteilnehmer wieder vermehrt auf das Verkehrsgeschehen und weniger auf Handy, Navi und Co. konzentrieren.

Unfallursache Ablenkung

Laut einer Erhebung der Statistik Austria gehen knapp 40 Prozent aller Unfälle auf Unachtsamkeit und Ablenkung zurück. Dies kann auch Chefinspektor Ewald Schaffer, Referatsleiter für Verkehrsangelegenheiten beim Stadt- und Bezirkspolizeikommando Leoben, bestätigen. „Natürlich basiert dieser Prozentsatz nur auf Schätzungen, da niemand, der einen Verkehrsunfall verursacht hat, zugeben wird, dass er durch das Handy abgelenkt war. Es lässt sich aber mit Sicherheit sagen, dass die Zahl an Unfällen, die aufgrund von Ablenkung durch das Telefon passieren, massiv gestiegen ist."

Gefahrenpunkt Kreuzung

Neben bestimmten Unfallursachen, gibt es auch Unfallhäufungspunkte, an denen es vermehrt zu Zusammenstößen kommt. Schaffer betont aber, dass es im Bezirk Leoben keine signifikanten Hotspots gibt, an denen es auffällig oft zu Unfällen kommt. "Es hat sich allerdings gezeigt, dass Kreuzungen ohne separate Ampelanlage für Linksabbieger häufiger für Komplikationen sorgen. Sprich, wenn die Ampel für Linksabbieger und entgegenkommende Geradeausfahrende gleichzeitig grün zeigt." So zum Beispiel bei der Kreuzung Josef-Heißl-Straße/Kärntner Straße oder der Annabergkreuzung jeweils Richtung Donawitz, wo bereits Maßnahmen gesetzt wurden und eine eigene Ampel für Linksabbieger installiert wurde.

Schwerpunktaktionen

Auch Schwerpunktaktionen spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen Verkehrsunfälle. "Wenn wir zum Beispiel Hinweise zu Geschwindigkeitsüberschreitungen bekommen, setzen wir vermehrt Kräfte im Außendienst ein, um die Situation an den entsprechenden Stellen in den Griff zu bekommen." Sollte sich dennoch nichts ändern, werden natürlich auch bauliche Maßnahmen angedacht, erklärt Schaffer und appelliert an alle Autofahrer: "Eine der Hauptursachen von Unfällen ist Ablenkung in jeglicher Form, die Gefahr die davon ausgeht wird viel zu häufig unterschätzt. Es kommt zu einer unsicheren Fahrweise und Hindernisse werden viel zu spät gesehen. Auf die Verwendung eines Handys – vor allem ohne Freisprecheinrichtung – sollte daher gänzlich verzichtet werden."

Interaktive Verkehrsunfallkarte

Seit knapp vier Jahren betreibt die Statistik Austria eine interaktive Verkehrsunfallkarte, die einen detaillierten Einblick in das Unfallgeschehen bis hinein in die einzelnen Gemeinden gibt. Hier lassen sich die genauen Gegebenheiten – von den Beteiligten bis hin zum Unfallzeitpunkt und den Wetterverhältnissen – erfragen.

Unfallstatistik im Bezirk

Ein Blick auf die Unfallstatistik des ersten Halbjahres 2017 zeigt, dass es im Bezirk Leoben insgesamt 102 Unfälle im Straßenverkehr mit Personenschaden gegeben hat. Dabei wurden 133 Menschen verletzt und einer getötet. Acht der Verletzten waren Kinder, bei Unfällen unter Alkoholeinfluss wurden ebenfalls acht Menschen verletzt. Von den insgesamt 134 Verunglückten wurden 28 schwer und 105 leicht verletzt.
Laut der Erhebung passierte die Mehrheit der Unfälle im Ortsgebiet (61), im Freiland gab es 41 Unfälle, wobei aus Unfällen im Ortsgebiet 72 Verletzte hervorgegangen sind, bei Unfällen im Freiland 61.
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