08.02.2017, 06:00 Uhr

Schenkermaiers "Reinheitsgebot"

Erzbergbräu-Braumeister Reini Schenkermaier (Bildmitte) mit seinen Gehilfen Peter Wagner und Wolfgang Gaube.

Legale Drogen auf immerdar? In Eisenerz wird in einer ehemaligen Drogerie Bier gebraut.

EISENERZ. Schon die Sumerer und die alten Ägypter haben Bier gebraut. Im Mittelalter war Bier dann schon fast so etwas wie ein Grundnahrungsmittel. Nicht nur Mönche, auch viele Hausfrauen brauten zu dieser Zeit Bier. Kaum zu glauben, aber auch der Ausdruck "Braut" leitet sich aus dieser Tätigkeit ab. Bier erfreut sich zunehmender Beliebtheit, der Ausdruck Bierkultur ist mittlerweile auch für die Gastronomie zum Thema geworden. Wie wird heute gebraut, was steckt in einem Glas "Gerstensaft"? Die WOCHE begleitete den Braumeister des Eisenerzer Erzbergbräus Reini Schenkermaier und Jungbrauer Stefan Leis beim Brauvorgang.


Ein Tag als Bierbrauer

"Hopfen und Malz – Gott erhalt's!" Dieser Sinnspruch beinhaltet Zutaten, die für das Bierbrauen unerlässlich sind. Mit Wasser und Hefe sind die Grundzutaten eigentlich komplett. Aber so einfach ist es natürlich nicht.
Die zehn Teilnehmer des Brauseminars werden von Anfang an aktiv in die Arbeitsschritte eingebunden und fungieren nicht nur als Zuschauer. Natürlich gibt Reini Schenkermaier exakte Anweisungen und beobachtet mit Argusaugen die Handgriffe seiner "Gehilfen". Der "Arbeitstag" beginnt bereits um acht Uhr und dauert bis fast 18 Uhr. Zwischen den verschiedenen praktischen Arbeiten gibt es jede Menge Theorie und der Perfektionist betont: "Das Bier von früher ist mit dem, was wir heute herstellen, natürlich nicht zu vergleichen!"

Illustre Runde

Der Eisenerzer Bierbrauer glänzt mit unglaublichem Fachwissen, gibt es sehr verständlich weiter und hat auf jede Frage eine Antwort. Die Bierseminaristen kommen aus den verschiedensten Berufssparten, vom Lokführer bis zum Psychologen. Einzige Frau in der Runde ist die 16-jährige Serina. "Sie möchte bei uns im Erzbergbräu als Kellnerin helfen und eignet sich an diesem Tag das notwendige Grundwissen über Bier an, das ich bei unseren Mitarbeitern voraussetze", erklärt Schenkermaier.
Nach dem Schroten und Einmaischen steht auch die erste Bierverkostung am Programm. Hier hilft Biersommelier Schenkermaier den Kursteilnehmern bei den vielen verschiedenen Aromen ein wenig auf die Sprünge und erklärt, wie man ein Bier richtig verkostet. Als Schenkermaier ein wenig Maische für die Jodprobe entnimmt, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht: "Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko!"

Köstliches Arbeitsessen

Nach dem Läutern (reinigen) wird der vorhandene Sud noch einmal mit Hopfen gekocht, gefiltert und zuletzt auf die optimale Gärtemperatur gebracht. Hier endet das Brauen für die Teilnehmer und es kommt zum gemütlichen Teil. Es gibt ein von Helga Leis-Schenkermaier zubereitetes Drei-Gänge-Menü – natürlich mit Bierbegleitung.
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