Auf den Barockaden: Der Film zu den Augarten-Protesten

Filmemacherin Doris Kittler vor einem der barock-opulenten Kunstwerke der Künstlerin Raja Schwan-Reichmann
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  • Filmemacherin Doris Kittler vor einem der barock-opulenten Kunstwerke der Künstlerin Raja Schwan-Reichmann
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LEOPOLDSTADT/BRIGITTENAU. Jetzt im Kino: Premiere ist am 30. September im Stadtkino Künstlerhaus, am 3. Oktober ist Kinostart mit einer Sondervorstellung und anschließender Podiumsdiskussion im Filmhaus Spittelberg.

Hautnah am Geschehen

Doris Kittler wohnt nur wenige Schritte vom Augarten entfernt und stand sechs Jahre lang mit ihrer Kamera auf Abruf bereit. "Wenn das Telefon klingelte, musste ich los." Die Bereitschaft, rund um die Uhr alle Vorkommnisse rund um die Augarten-Proteste zu dokumentieren, grenze natürlich fast an Selbstausbeutung, lacht die Regisseurin. Aber das sei der Preis für die Authentizität ihres vor kurzem fertiggestellten Zeitdokuments. Und was soll der 85 Minuten-Film bewirken? "Er soll zu neuen, kreativen Formen des Widerstandes anregen, überall in der Welt!"

Humor, Ironie und Schönheit

Sind Doris Kittler wichtig, wenn es um Protest geht. "Die meisten Demos sind hart, negativ und fantasielos. Anders diese hier: Schon der Name der Bürgerinitiative ´Josefinisches Erlustigungskommitee´ steht für ein lustig-listiges Programm. Gemeinsam mit den ´Freunden des Augartens´ wurde hier auf die Schönheit dieses einzigartigen Ortes hingewiesen, mit barocker Pracht protestiert." Das Ergebnis: Ein sehr subjektiver Film, sich neben der Niederlage - dem erfolgten Bau der Konzerthalle - an den kleinen Siegen freuen kann. Dem "nur" umbauten, barocken Pförtnerhäuschen und einer viel benutzten Grün-Insel, die als Nachbarschaftgarten einen neuen Frühling erlebt.

Vom Theater zur Bühne des Lebens

Doris Kittler, 1969 in Wien geboren, hat am Mozarteum Bühnen- und Kostümbild studiert. Das Theater verließ sie 2000, als sie ein Stipendium für zwei Jahre nach Sibirien führte. Dort entdeckte sie ihre Liebe zur Fotografie, stellte aus, versuchte sich erstmals mit einer Filmkamera. Dokumentationen folgten. "Es war eine Entdeckungsreise zu jenen Dingen, die ganz nahe bei mir sind. Die aber auch gesellschaftspolitisch relevant sind."

Crowdfunding-Projekt

Ihr neuer Film "Auf den Barockaden" ist übrigens das erste österreichische Langzeit-Dokumentarfilmprojekt, das neben Mitteln aus dem Filmfonds auch durch "Crowdfunding" realisiert wurde. Prominente Kulturschaffende haben sich daran ebenso beteiligt, wie rund 3.000 andere, mit deren Hilfe 6.000 Euro gesammelt werden konnten. "Kunst kann ein Ventil sein, befreien", ist Kittler überzeugt. Eine Freiheit, die ihr beim Theater immer fehlte.

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