Wurstelprater
Aufregung um die Kaiserwiese

Noch bis 24. Februar 2019 hat der Winter Circus seine Zelte auf einem Teil der Kaiserwiese aufgebaut.
  • Noch bis 24. Februar 2019 hat der Winter Circus seine Zelte auf einem Teil der Kaiserwiese aufgebaut.
  • Foto: Moritz
  • hochgeladen von Kathrin Klemm

Bis Februar findet der Winter Circus statt. Die Folge: eine erneute Diskussion rund um Lärm und Rasenschäden.

LEOPOLDSTADT. Veranstaltungen auf der Kaiserwiese haben lange Tradition. Bereits vor mehr als 200 Jahren errichtete man am Areal die Theater- und Vergnügungsstadt "Venedig in Wien", eine Nachbildung der Lagunenstadt.
Aktuell hat der Winter Circus auf einem Teil des Rasens seine Zelte aufgestellt.

Bei Events wie diesem oder der Wiener Wiesn gehen Anrainer auf die Barrikaden. Beklagt wird vor allem der Lärmpegel. Naturschützer hingegen kritisieren Rasen- und Baumschäden. Um zwischen den Bewohnern und dem Veranstalter Prater Wien GmbH zu vermittelten, sprach Bezirksvorsteher Karlheinz Hora 2016 die Empfehlung aus, dass man die Kaiserwiese jährlich nur an 60 Tagen für Events nutzt. Mit dem Winter Circus sei diese Zeitspanne überschritten, denn er gastiert noch rund drei Monate, ärgern sich die Neos Leopoldstadt.

Nicht zumutbar

„Jedes Jahr werden es mehr Tage. Verhältnisse wie am Rathausplatz sind den Bewohnern nicht zumutbar", kritisiert Neos-Bezirksrat Christian Moritz. Auch die ÖVP Leopoldstadt nimmt die Sorgen der Bürger ernst und plädiert für einen Interessensausgleich. Der Wurstelprater als Vergnügungsort beginne erst beim Riesenrad, die Kaiserwiese gehöre definitiv nicht dazu, so Moritz.

Anderer Meinung sind die Betreiber. "Wir haben eine Vereinbarung mit der MA 42, diese überträgt uns die Verwaltung und Bespielung der Kaiserwiese", sagt Sonja Soukup von der Prater Wien GmbH. Die Fläche sei Teil des Wurstelpraters, fiele unter dessen Hausordnung und es würden dementsprechende Events abgehalten.

Unterstützt wird der Betreiber von Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger: "Der Winter Circus ist ein zusätzlicher Publikumsmagnet zum Wintermarkt." Er sei eine ideale Ergänzung des Wintermarkts, so SPÖ-Gemeinderat Gerhard Kubik. Nicht nur schaffe man Arbeitsplätze, sondern biete in Zeiten der Digitalisierung Kindern analoge Angebote, wie den Zirkus, so Lichtenegger. Außerdem würde man aktuell nur 13 Prozent der Kaiserwiese bespielen.

"Wir versuchen, ein familienfreundliches Areal zu schaffen", sagt Soukup. Bewusst habe man diesen Standort für Clowns und Co. wegen der guten Erreichbarkeit und der Nähe zum Wintermarkt gewählt. "Sicherlich können Bürger während der Veranstaltungen die Kaiserwiese nicht frei nutzen, doch bieten die Veranstaltungen weit bessere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung", so FPÖ-Bezirksrat Franz Lindenbauer.

Alternative Fläche

Die Neos äußern aber nicht bloß Kritik, sondern machen sich auch Gedanken zu alternativen Locations. Ideal sei eine befestigte Freifläche innerhalb des Prater-Areals, so Moritz. "Einen Platz im Wurstelprater in der Größe der Kaiserwiese zu schaffen, ist unmöglich. Es sei denn, man würde ein Drittel der 80 Praterbetriebe absiedeln", entgegnet Lichtenegger. Die Veranstalter selbst lehnen die Idee strikt ab, schließlich sei es Geschäftssache, welche Flächen man bespielt.

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