Aufregung um neue Hausordnung
Betteln und Alkohol im Prater verboten

Die Nutzung der Kaiserwiese ist seit Jahren umstritten, aktuell ist die neue Hausordnung im Fokus.
  • Die Nutzung der Kaiserwiese ist seit Jahren umstritten, aktuell ist die neue Hausordnung im Fokus.
  • Foto: Moritz
  • hochgeladen von Kathrin Klemm

Die neue Hausordnung für den Wurstelprater und die Kaiserwiese lässt die Wogen in der Leopoldstadt hoch gehen.

LEOPOLDSTADT. Vom Alkoholverbot am Praterstern bis zu Veranstaltungen auf der Kaiserwiese: Die Gegend rund um den Volksprater ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Aktuell sorgt die neue, vor Ort ausgehängte Hausordnung, die das Verhalten der Benutzer regeln soll, für Aufregung. Sie gilt für den Wurstelprater sowie die angrenzende Kaiserwiese. Verantwortlich ist die Prater Wien GmbH, ein Tochterunternehmen der Stadt Wien, die den Wurstelprater verwaltet und die Kaiserwiese nutzt.

Personen, die in "einem durch Suchtmittel oder Alkohol stark beeinträchtigten Zustand sind", werden des Platzes verwiesen, heißt es in der siebenseitigen Hausordnung. Auch "Herumlungern, Betteln, Hausieren" sowie "Ballspiele und andere sportliche Aktivitäten" sind verboten.

Benimmregeln

"Ein Spaß- und Erholungsraum bleibt so nicht übrig", kommentiert Bettina Emmerling, Abgeordnete der Neos Wien. Das Ziel der Hausordnung sei aber genau jenes: das Regenerieren, Flanieren und Erholen in einer familienfreundlichen Atmosphäre.

"Menschen haben dort gewohnt, in Gebüschen geschlafen und ihre Notdurft verrichtet – daneben haben Kinder gespielt", heißt es von der Prater Wien GmbH. Nun wolle man für die Einhaltung bestimmter Benimmregeln sorgen. "Es ist nichts Böses, keine Gängelung der Besucher", stellt die Prater Wien GmbH klar. Man wolle, dass sich die Gäste ungestört im Prater und auf der Kaiserwiese bewegen dürfen. "Derartige Vorschriften gibt es auch anderswo, etwa in der SCS", argumentiert die Prater Wien GmbH.

Alkoholverbot

Die Hausordnung untersagt Alkoholkonsum außerhalb der Gastronomiebetriebe. Für die Einhaltung der Vorschriften sorgt eine private Security-Firma, sie verteilt bei Bedarf Platzverbote oder kontaktiert im äußersten Fall auch die Polizei. Ganz so streng, wie etwa von den Neos angeprangert, scheinen die Bestimmungen aber nicht zu sein. "Wenn man mit einer Dose Bier auf der Kaiserwiese sitzt, wird sicher keiner etwas sagen. Aber natürlich, wenn man mit einem Sechsertragerl kommt und den Müll dann einfach liegen lässt", so die Prater Wien GmbH.

Nicht in den Entscheidungsprozess involviert war Bezirkschefin Uschi Lichtenegger (Grüne). "Ich bin generell gegen Alkoholverbote im öffentlichen Raum", stellt sie klar. Denn brauche es für marginalisierte Menschen Angebote von der Stadt Wien und keine Verbote. Auch die Prater Wien GmbH wolle den Menschen helfen, aber sei es keine Hilfe, bestimmte Verhaltensweisen zu dulden oder gar zu fördern, entgegnet die Prater Wien GmbH.

Hausordnung Nachlesen

Wer sich für die Hausordnung im Detail interessiert, kann diese hier auf der Homepage des Praters nachlesen.

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