Barmherzigen Brüder
Kostenlose medizinische Versorgung dank Spenden

Für Stefan Steinböck  sind alle Patienten gleich. Er ist Arzt in der Allgemeinen Ambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.
  • Für Stefan Steinböck sind alle Patienten gleich. Er ist Arzt in der Allgemeinen Ambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.
  • hochgeladen von Ulrike Kozeschnik-Schlick

Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder werden auch nichtversicherte Menschen behandelt. Finanziert wird dies durch Spenden. 

LEOPOLDSTADT. "Den Versicherungsschutz zu verlieren, kann viele Gründe haben. Keiner ist davor geschützt", erzählt Frater Antonius Nguyen, Prior der Barmherzigen Brüder Wien. Dabei seien es immer Schicksalsschläge, die dazu führen, dass einem das Leben entgleitet.

Deshalb steht das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder jederzeit allen Menschen offen. Rund 25 Prozent aller Patienten der hauseigenen Ambulanzen sind mittellose, beziehungsweise nicht versicherte Menschen. Einen Teil von ihnen nimmt man auch stationär auf. Finanziert wird die kostenlose Behandlung durch Spenden. Nun startet die "Haussammlung" in die nächste Runde.

Lebensbedrohlich

"Zum Glück gab es heute keinen akuten Notfall, der stationär aufgenommen werden musste. Das ist nicht immer so", erzählt Stefan Steinböck. Der Arzt hat soeben seinen zwölfstündigen Nachtdienst in der Allgemeinen Ambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder beendet. "Gerade nicht versicherte Menschen zögern einen Arztbesuch oft so lange hinaus, bis etwa aus einem kleinen grippalen Infekt eine lebensbedrohliche Lungenentzündung geworden ist", erzählt der 32-Jährige. Manche Patienten kämen dann mit 40 Grad Fieber in die Ambulanz – im buchstäblich letzten Moment. Natürlich bedeute das sofortige stationäre Aufnahme. "Für uns im Haus sind seit jeher alle Patienten gleich. Jeder Mensch verdient die bestmögliche medizinische Versorgung", sagt Steinböck. Ob man sich das leisten könne, versichert sei oder nicht, sei nicht relevant.

Behandlung für alle

"Hospitalität" ist der zentrale Wert der Barmherzigen Brüder. "Wir sind überzeugt, man soll nicht nur davon reden, sondern man muss danach handeln. Deshalb steht unser Krankenhaus jederzeit allen Menschen offen", so Frater Nguyen. Waren in früheren Zeiten die Ordensbrüder noch mit Buckelkraxen zum Spendensammeln auf den Straßen unterwegs, gibt es seit den 1970ern die „Haussammlung“ der Barmherzigen Brüder in Wien und Niederösterreich per Postwurf. Dies deckt einen Teil der Behandlungskosten von nicht versicherten Patienten ab.

Nur einige Zahlen: Im Jahr 2018 versorgte man im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder rund 140.000 ambulante Fälle. Darunter waren rund 25 Prozent mittellose und nicht versicherte Mitmenschen. Stationär vorsorgte man rund 32.000 Menschen medizinisch, davon 441 ohne Krankenversicherung.

Spenden 

Unterstützen kann man die Haussammlung unter einem eigenen Spendenkonto (IBAN: AT69 6000 0000 0706 4001 und BIC: BAWAATWW).

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