Eine Reise im Schatten des Coronavirus um den Tonle Sap See in Kambodscha
Über Vogelspinnnen und die Tempel von Isanapura(3)

12.02.2020 Detail aus der Zentralgruppe Prasat Tao in Prei Kuk dem alten Isnapura
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  • 12.02.2020 Detail aus der Zentralgruppe Prasat Tao in Prei Kuk dem alten Isnapura
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Wir wunderten uns, dass wir bei unserer Besichtigung des Königspalastes in Phnom Penh am Vortag relativ wenige Besucher sahen.

Wahrscheinlich, vermuteten wir, war der Grund  das Reiseverbot für Chinesen wegen des berüchtigten Coronavirus.

Bei unserer Abreise in Wien war es praktisch unmöglich Atemschutzmasken zu bekommen.

Welches Ausmaß diese Krise noch annehmen würde, war uns jetzt noch nicht bewußt.

Wir verließen also Stadt und Provinz Phnom Penh in Richtung  Kampong Tom.

Pause machten wir im Dorf Skun, das für seinen Markt mit allerlei Insekten bekannt ist.

Auch wenn das möglicherweise die Nahrung der Zukunft werden wird, ist es doch überraschend dass hier auch gebratene Vogelspinnen in großer Menge angeboten wurden.

In Kübeln neben dem Marktstand gab es auch lebende Exemplare (hoffentlich ohne Giftdrüsen), die gerne den Touristen gezeigt wurden.

Nach diesem Erlebnis setzten wir unsere Fahrt fort und bezogen um die Mittagszeit unser schönes Boutique Hotel am Stung Sen Fluss.

Am Nachmittag besuchten wir als Höhepunkt des Tages die Ruinen von Sambor Prei Kuk (bedeutet: Tempelgruppe im dichten Wald).

Angeblich kommen nur wenige Touristen hierher. Das war auch ein Grund warum wir diesen Ort besuchen wollten.

Hier finden sich die Überreste der ältesten Tempel in Kambodscha und riesige Bäume überwuchern diese alten Gebäude.

Ein unvergessliches Erlebnis!

Das Reich Funan entstand im 1. Jahrhundert nach Christus und war der Vorläufer des späteren Khmer Königreiches.

Es war stark von der indischen Shiva Kultur und dem Buddhismus beeinflußt.

Aus diesem Verbund von Stadtstaaten setzte sich um 550 das Reich Chenla durch übernahm die führende Rolle.

Eine Haupstadt dieses Reiches wurde Isanapura (heute unter Sambor Prei Kuk bekannt), das vom Chenla König Isanavarman um 615 gegründet wurde. Die Stadt war in der Nähe des Flusses Stung Sen.

An dieser Stelle befand sich schon vorher eine Siedlung aus der Funan Zeit.

Hier fand man die bedeutendsten erhaltenen religiösen Baudenkmäler aus der Chenla-Zeit.

Chenla hatte keine Geldwirtschaft, kannte keine Steuern und keinen persönlichen Landbesitz. Die wirtschaftlichen Zentren waren die Tempel.

Nur diese Gebäude wurden aus Ziegeln und Steinen erbaut.

Die Wohnhäuser waren aus Holz und sind deshalb heute verschwunden.

Es wurde Landwirtschaft vor allem der Nassreisanbau betrieben.

Verehrt wurden indische Gottheiten, wie die Götter des Shivaismus, Vishnuismus und Buddhismus aber auch Khmer-Gottheiten. Indische Gottheiten wurden teils von indischen Brahmanen, und von dem Volk der Cham übernommen. Aber auch Khmer-Bräuche, welche den hinduistischen Normen widersprachen, wurden weitergeführt.

Die drei höchsten indischen Götter die das Werden und Vergehen darstellen sind Brahma als Schöpfer, Vishnu als Erhalter und Shiva als Zerstörer und Beginner für Neues.

Für Shivaisten, wie den Königen von Chenla, war Shiva die höchste Gottheit.

Die Tempeln von Shiva enthalten das Linga oder Lingam, das man in einer Kombination von Linga und Yoni findet.

Bei den meisten Tempeln in Prei Kuk fehlt das monolithische Linga. Viele dieser Heiligtümer befinden sich im Nationalmuseum in Phnom Penh.

Wir besuchten die Nordgruppe Prasat Sambor, die Zentralgruppe Prasat Tao mit dem Löwentempel und die eindrucksvolle Südgruppe Prasat Yeah Puon, wo in den Ziegelbauten die fliegenden Paläste der Götter zu sehen sind.

Leider wurde dieses Gebiet von den Amerikanern bombardiert und so manches zerstört.

Auf Schritt und Tritt trifft man auf die grausame Vergangenheit von Kambodscha, obwohl das Land sich damals um Neutralität bemühte.

Den Urwald habe ich mir allerdings anders vorgestellt. Die Wege unterscheiden sich kaum von den Wanderwegen im Wienerwald.

Nur die Bäume sind viel höher und die Bauwerke eindrucksvoller.

Autor:

Helmut Gring aus Leopoldstadt

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