21.11.2016, 10:46 Uhr

Anrainer eingesperrt: Längere Öffnungszeiten für den Augarten gefordert

Ein Spaziergang mit Hündin Nela endete für Florian Ritzer in einer grenzwertigen Kletterei über die Augarten-Mauer.

Die Winteröffnungszeiten (7.30 bis 17.30 Uhr) des Augartens sind für viele Bezirksbewohner eine Zumutung. Die zukünftige Leopoldstädter Bezirkschefin Uschi Lichtenegger will über längere Öffnungszeiten diskutieren.

LEOPOLDSTADT. Wer kennt das nicht? Nach der Arbeit will man noch eine Runde mit dem Hund gehen. Ist der Augarten in direkter Nachbarschaft, bietet sich der beliebte Park für einen Spaziergang noch an.

Anrainer und bz-Mitarbeiter Florian Ritzer marschierte mit seiner Hündin Nela kurz nach 17.30 Uhr beim Tor in der Lampigasse in den Garten, nicht wissend, welches kleine Abenteuer er noch erleben sollte. Denn: Der Augarten schließt seit 30. Oktober um 17.30 Uhr. Ritzer war sich dem nicht bewusst. Auf Google suchte er die Öffnungszeiten. Dort war 20 Uhr zu lesen. Auch auf dem Tor sei zu diesem Zeitpunkt kein deutlicher Aushang zu sehen gewesen. "Nachdem ich quer durch den Park spaziert bin, stand ich auf der Seite zur Wasnergasse plötzlich vor verschlossenen Toren", so der 39-Jährige.



Schließlich musste Ritzer sich und Hündin Nela über die Mauer manövrieren, um dem Augarten zu entkommen. "Der Hund war ganz verschreckt, als wir endlich wieder draußen waren", so der Anrainer. Kleinere Schrammen im Gesicht blieben nicht aus.

"Weltfremde Öffnungszeiten"

Der verärgerte Anrainer klagt an: "Für die arbeitende Bevölkerung sind die Öffnungszeiten eine völlig weltfremde Zumutung! Der Augarten wurde 1775 der Bevölkerung zugänglich gemacht. Was ist davon übrig? Nicht mehr als eine Gravur am Tor."

Die Diskussion ist freilich keine neue. Die Winteröffnungszeiten des Parks führen immer wieder zu Anrainerbeschwerden. "Viele Menschen rufen uns deswegen an. Das ist ein wichtiges Anliegen", sagt die baldige Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (Grüne). "Wenn ich Bezirksvorsteherin bin, werde ich den Kontakt zu den Verantwortlichen suchen", so Lichtenegger, die am 28. November feierlich angelobt wird. Insbesondere die Morgenöffnungszeiten sind der Bezirkschefin in spe ein Anliegen. 7.30 Uhr sei zu spät. Viele kürzere Wege zu Schulen und Kindergärten würden durch den Park führen.

Sicherheit geht vor

Auch seitens der zuständigen Bundesgärten sind die Öffnungszeiten nicht in Stein gemeißelt. "Aufgrund geringeren Personalstands sperren wir seit 3 Jahren erst um 7.30 Uhr auf. Es bahnen sich jedoch Dikussionen über diese Regelung an", so Gartenleiter Gerd Koch. Das könne aber noch dauern. Bei den Schließzeiten sei man weniger flexibel: "Der Augarten ist nicht beleuchtet", so Koch. Man könne die Sicherheit nicht garantieren. Schließlich würde man dafür auch haften.
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Susanne Lenhart aus Meidling | 02.12.2016 | 18:14   Melden
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