14.10.2014, 14:57 Uhr

Begräbnis im Auftrag der Behörde oder im Auftrag der Angehörigen

So viel ich weiß hat jedes österr. Bundesland hat einen einzigen Bestatter - aus ihm wurde der Platzhirsch unter den Bestattern -, der für Begräbnisse im Auftrag des zuständigen Gesundheitsamtes (Armenbegräbnis) zuständig ist. Diskriminiert oder falsch informiert fühlen sich in Österreich ca 700 Bestatter und tausende Angehörige.

Als Mutter von 3 Sternenkindern berichte ich über das, was ich dokumentiert habe. Meine Worte dienen einer ersten Information. Meine Worte dürfen Ihnen Ihren Besuch bei einem Notar/Rechtsanwalt nicht ersetzen!
Die Bestattung Wien (der Platzhirsch unter den österr. Bestattern) hat seinen Fuß fest in allen Wiener Kliniken verankert. Dem entsprechend gibt es die Firmenvorgaben der Bestattung Wien als erste Information in Wiener Kliniken z.B. dem Wiener AKH. https://www.dropbox.com/s/uy4wcpekoq1qik3/Wiener%2... (was manchem anderen Bestatter und den Angehörigen sauer aufstößt)

Wie vertragen sich die Vorgaben der Ordnungen der Liebe mit dem in ganz Österreich gültigen Gesetzen, denn die Würdigung geht der Liebe vorraus!

Es folgend mutmachende Informationen für Begräbnisse von während der Schwangerschaft, Geburt oder kurz danach verstorbenen Kinder im Auftrag der Mutter (Für Obsorgeberechtigte bei mj. Todesfall mit Geburts- und Sterbeurkunde, für Angehörige von volljährigen Todesfällen):
laut www.vwgh.gv.at: Die österreichische Verwaltungsgerichtsbarkeit hat seit ihrer Einführung im Jahr 1876 verschiedenen politischen Systemen Rechnung tragen müssen, ihre leitenden Prinzipien sind aber im Kern bis heute gleich geblieben.
Dazu gehört: Im "Allgemeinen Landrecht für die Preussischen Staaten von 1794 ist bestimmt: "Rechte der Ungebornen. §. 10. Die allgemeinen Rechte der Menschheit gebühren auch den noch ungebornen Kindern, schon von der Zeit ihrer Empfängniß."

Der § 22 des österr. ABGB lautet: "Selbst ungeborene Kinder haben von dem Zeitpunkt ihrer Empfängnis an einen Anspruch auf den Schutz der Gesetze. Insoweit es um ihre und nicht um die Rechte eines Dritten zu tun ist, werden sie als Geborene gesehen."

Die Kosten einer angemessenen Bestattung trägt nach § 549 des Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB), JGS Nr. 946/1811 idgF, die Verlassenschaft oder die öffentliche Hand. (nur in Ausnahmefällen: eine andere Quelle, z.B. eine Versicherung).
Bei Fehlgeburten ist der Besuch des Rechtsanwaltes für Erbrecht und Verlassenschaftsabhandlungen anzuraten, der seinerseits die Klärung der Kostenübernahme z.B beim Verwaltungsgerichtshof anregt. Die Antragstellerin muss bei der Gerichtsverhandlung als Zeugin von dem ihr vorrangig zustehenden Bestattungsrecht gebrauch machen, indem sie mit ihren eigenen Worten erklärt, das sie die unkremierte Beerdigung im Familiengrab wollte.
Erscheint die Zeugin nicht vor Gericht, kann das Gericht nicht darüber entscheiden, ob der Tote oder die öffentliche Hand die Begräbnisausgaben übernehmen wird = anschließend kann der Bestatter die Mutter klagen, denn er hatte ja seine Ausgaben.

Bei Totgeburten und Todesfällen mit Geburts- und Sterbeurkunde ist der Notar bereit, die unbezahlten Begräbnisrechnungen in Empfang zu nehmen. Wer der für den Toten zuständige Notar ist, kann jeder beim Nachlassgericht, dem für den Toten zuständigen bezirksgericht erfahren. Auch hier gilt die letzte Meldeadresse des Toten!

Wichtig für ein Begräbnis im Auftrag des für den Toten zuständigen Gesundheitsamtes: diese Zuständigkeit ergibt sich aus der Adresse der Pathologie/ Histologie/ Prosektur = Ort, an dem die Totenbeschau stattfand!

Wichtig für ein Begräbnis im Auftrag der Mutter: ihr während der Schwangerschaft, Geburt oder kurz danach verstorbene Kind ist zeitgleich automatisch an der gleichen Adresse gemeldet, wo sie als Schwangere zuletzt gemeldet waren. Daraus ergibt sich der wichtige Hinweis für Frauen, die z.B. wegen einem med. Eingriff oder der Geburt das Gemeindegebiet oder Bundesland verlassen haben: keine Mutter muss ohne ihr Sternenkind nach Hause fahren!
Gemäß Meldezettel ist jene österreichische Gemeinde für den Toten zuständig, wo die letzte Meldung war. Diese Gemeinde darf dem Toten ein Grabplatz an dem für den Ort zuständigen Friedhof nicht verweigern.

Die Redaktion Sternenkind lässt anfragen, ob z.B. die Mütter mit den Informations- und Bestattungsvorgaben der Kliniken zufrieden sind? Schreiben Sie uns! http://www.sternenkind.info/sind-sie-zufrieden-mit... ?
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