16.04.2018, 13:49 Uhr

Ein Platz für das Ehepaar Lanc in der Leopoldstadt

Feierten die Benennung: Die Töchter des Ehepaars, Eva Pariasek (2.v.l.) und Elga Lanc (m.), Bezirkschefin Lichtenegger (3.v.l.), Gmünds Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (3.v.r.), Arie Folger (2.v.r.) und Bezirksrat Paul Hefelle (r.). (Foto: Stadtgemeidne Gmünd/Harald Winkler)

Die Gerechten unter den Völkern retteten drei Juden in der NS-Zeit das Leben

LEOPOLDSTADT. Artur Lanc besuchte das Gymnasium in der Zirkusgasse, ab 1937 lebten er und seine Frau Maria aber in Gmünd, wo er als Amtsarzt tätig war. 1944 trafen 1.700 ungarische Juden ein, die unter unmenschlichen Bedingungen zur Zwangsarbeit herangezogen wurden. Das Ehepaar befreundete sich mit einem ungarischen Arzt aus der Gruppe und konnte den Gefangenen immer wieder Medikamente, Lebensmittel und Kleidung zukommen lassen. Als Artur Lanc erfuhr, dass die Deportation der Juden in ein Konzentrationslager bevorstand, verhalf er drei von ihnen zur Flucht, versorgte sie und versteckte sie bis Kriegsende.

"Das Ehepaar Lanc ist ein gewaltiges Vorbild und ein Wegweiser", sagte Oberrabbiner Arie Folger anlässlich der Benennungsfeier des Lancplatzes, wie ab sofort der Ort heißt, an dem die Glockengasse in die Taborstraße mündet. Das Ehepaar half jüdischen Mitmenschen unter Einsatz ihres Lebens, denn wäre ihre Unterstützung entdeckt worden, wäre eine KZ-Inhaftierung oder der Tod sicher gewesen. Für ihren Mut und ihre Menschlichkeit erhielten sie 1986 die israelische Auszeichnung Gerechte unter den Völkern – als zwei von nur 104 Österreichern.

Für die Benennung eines Ortes in der Leopoldstadt nach Artur Lanc hat sich Bezirksrat Paul Hefelle (ÖVP) seit Jahren eingesetzt.
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