06.06.2017, 11:33 Uhr

Marktstände in der Leopoldstadt fürchten um Exiszenz

Die Marktstand-Betreiber am Volkertmarkt haben sich bereits an die Politik gewandt. (Foto: wien.gv.at)

Karmeliter- und Volkertmarkt: Standbetreiber leiden unter den Richtlinien des Marktamtes. Eine Änderung wäre nur auf Bundesebene möglich.

LEOPOLDSTADT. Besonders kleine Bio-Standln, wie das "Zimmer37" oder das "Kaas" am Karmelitermarkt, haben mit den Auflagen des Marktamtes zu kämpfen. Da ein kleiner Marktstand allein nicht genug Gewinn abwirft, werden auch in geringen Mengen Speisen und Getränke verkauft. Das "Zimmer37" ist als Kleinmarkt eingetragen, also darf es hier maximal acht Sitzplätze geben.

Hält man sich nicht daran, gibt es Konsequenzen – diese bekam Eigentümerin Johanna Haidacher in den letzten Wochen zu spüren. Das Verfahren, das wegen der Überschreitung der Platzanzahl eingeleitet wurde, verlor die Marktstandbetreiberin. Folglich musste Haidacher ihre Zulassung abgeben und ihren Marktstand verkaufen. So war das "Zimmer37" über einen Monat lang geschlossen.

Nun öffnete es wieder – jedoch unter der Führung von Haidachers Tochter Iris Feeback. Hält man sich an die Regeln, wird der Stand in Zukunft weiter existieren. Doch ohne genügend Gäste, die konsumieren, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der kleine Marktstand am Karmelitermarkt endgültig schließen wird.

Problemzone Volkertmarkt

Auch am Volkertmarkt haben es die Standler nicht leicht. Einige stehen aus dem gleichen Grund kurz vor der Schließung. In diesem Fall haben sich die Leopoldstädter Neos eingeschaltet um Hilfe zu leisten. Die Marktstände erhoffen sich Rückhalt aus der Politik, um die Auflagen des Marktamtes zu lockern. Eine Reform dieser Gesetze ist allerdings nur auf Bundesebene möglich. Ob es wirklich Veränderungen geben wird, ist vorerst noch unbekannt.

Dass man sich an die Regeln halten muss, ist den Standbetreibern bewusst. Jedoch sei das aus finanziellen Gründen oft nicht so einfach umsetzbar.

Für die Magistratsabteilung 59 für Marktservice und Lebensmittelsicherheit ist dies jedoch kein Argument: Für tausende andere Marktstände in ganz Wien gäbe es auch keine finanziellen Probleme. Weiters heißt es, dass es im Fall des "Zimmer37" um eine absichtliche Gesetzesverletzung handeln müsse, da die Regeln klar sind. Mit dem Gesetz, welches nur vom Nationalrat geändert werden kann, soll außerdem verhindert werden, dass aus einem der ältesten Märkte Wiens eine "Fressmeile" wird.

Gesetz zerstöre Märkte

In diesem Punkt sind sich "Zimmer37"-Betreiberin Haidacher und die MA 59 sogar einig. Doch die Art und Weise, wie das umgesetzt werden soll, versteht die Standbesitzerin nicht. Laut ihr würden große Ketten den Markt weit mehr zerstören. Sie fordert daher eine Gesetzesänderung: Die Zahl der Sitzplätze soll zumindest am Wochenende variabel sein, um so dem Wunsch der Kunden nachzukommen. Haidacher hat bereits mehrere Male versucht, eine Genehmigung für einen Gastro-Stand zu erhalten. Bekommen hat sie aber keine.
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