13.02.2017, 09:12 Uhr

Ponykarussell im Prater: Tierschützer vor den Kopf gestoßen

Aus für das 1. Wiener Ponykarussell. Wie es mit den Ponys weitergeht ist jedoch ungewiss. (Foto: Spitzauer)

Das 1. Wiener Ponykarussell hat zwar den Betrieb eingestellt. Die Pferde werden allerdings nicht in Pension geschickt.

LEOPOLDSTADT. Unzählige Kinder haben die Fahrten auf dem 1. Wiener Ponykarussell genossen. Der geschichtsträchtige Betrieb kam jedoch dem Tierschutzverein "Vier Pfoten" ins Visier. Jahrelang kämpfte der Verein für das Wohl der Tiere. Ihre Arbeit und Haltung im Karussell sei nicht Artengerecht.

Ende 2016 wurde eine Einigung gefunden. Die Tierschutzorganisation setzte sich für eine „Hacklerregelung“ für die Ponykarussell-Pferde ein. Betreiberin Isabel Groschopf einigte sich mit den Tierschützern. Jetzt herrscht allerdings Funkstille zwischen den beiden Parteien. "Wir hätten uns um den Verbleib der Tiere kümmern sollen. Jetzt wurde der Kontakt allerdings abgebrochen", sagt Elisabeth Penz, Pressesprecherin der Vier Pfoten. Ursprünglich hätten 13 Tiere in Pension gehen sollen. Vier Pfoten haben kein passendes Gehöft für die Pferde, hätten allerdings geeignete Ställe organisiert. "Wir haben uns bereits um alles gekümmert. Wir hätten für jedes Pony einen Platz", sagt Penz. Isabel Groschopf war auch für die bz nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Deal gebrochen

Statt der 13 Pferde sollen jetzt nur zwei davon in Pension gehen. Die zwei Tiere wären ganz klar schon zu alt, um anstrengende Arbeiten zu erledigen. Die übrigen sollen auf der hauseigenen Reitbahn weiter ihren Dienst verrichten. "Natürlich fühlen wir uns vor den Kopf gestoßen. Es war eindeutig vereinbart, dass alle Tiere in den Ruhestand gehen", sagt Penz. Das wäre schlicht ein Skandal und ein Bruch der Vereinbarung. Ein Umschulen auf die Reitbahn mit dem damit einhergehenden neuen Stress sei schlicht nicht angebracht. Auch die Prater GmbH sprach damals in einer Aussendung von einem „wohlverdienten Ruhestand“ für die Ponys.

Zukunft ungewiss

Seit dem der Deal gebrochen wurde, werden die Anrufe der Tierschutzorganisation nicht beantwortet. Auch die Prater Wien GmbH gibt sich distanziert: "Nachdem das Ponykarussell geschlossen ist, ist das für die Prater Wien GmbH als Verwalter des Areals kein Thema mehr", so Sonja Soukup, Pressesprecherin des Praters. Die Zukunft der Pferde bleibt ungewiss. Auch auf Facebook lassen Tierschützer ihren Dampf ab. Unter ihnen ist die Sorge um die Ponys groß. Sie waren jahrelang Stress und lauter Musik ausgesetzt. Dass sie in Pension gehen, sei ganz vielen Leuten ein Anliegen, so Vier Pfoten. Sollte das nicht geschehen, würde das den gesamten Prater in ein schiefes Licht rücken.
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