13.09.2016, 12:59 Uhr

Zimmer 37 am Karmelitermarkt bangt um die Existenz

Das Betreiber-Duo – Iris Feeback und Johanna Haidacher – fürchtet um die Zukunft ihres Marktstandes.

Zu viel Platzangebot kann zu schweren Problemen mit dem Gesetz führen. Zimmer 37 hofft auf Neuevaluierung.

LEOPOLDSTADT. Das Speisenangebot bringt den dringend benötigten Umsatz, für das "kleine Gewerbe" Zimmer 37 am Karmelitermarkt. Nun müssen Gäste schnell abgefertigt werden, um den Umsatz aufrechtzuerhalten. "Zeitweise müssen wir Gäste auch wegschicken, weil sie nicht sitzen bleiben dürfen", meint Haidacher.

Seit sechs Jahren befindet sich der Bio-Marktstand Zimmer 37 auf dem Karmelitermarkt. Das Mutter-Tochter-Duo, Iris Feeback und Johanna Haidacher, verkauft frisches Obst und Gemüse aus biologischer Landwirtschaft. Zusätzlich bereiten die beiden ihre Ware in Form von veganen Speisen auf. Jeden Tag wird frühmorgens für die Gäste gekocht, die so eine Alternative zu Pizza und Co. haben. Problematisch wird es bei den Sitzplätzen. Laut Magistratsabteilung 59, vormals Marktamt, dürfen in Betrieben, die als "kleines Gewerbe" klassifiziert sind, nur acht Sitzplätze zur Verfügung stehen. Vor dem kleinen Häuschen am Markt stehen acht Plätze bereit. Allerdings befindet sich im Innenraum auch noch ein massiver Tisch mit vier Sitzplätzen. Diese sind der MA 59 ein Dorn im Auge. In diesem Fall müssen die Sitzplätze zurückgebaut werden. Das wurde bereits sowohl vom Zimmer 37 als auch vom mitbetroffenen Kaas am Markt erledigt. Das Zimmer 37 ist jedoch vom zusätzlichen Platzangebot abhängig.

Der Vorbesitzer nutzte die Sitzmöglichkeiten im Inneren nur für sich selbst. Es soll auch mit ihm abgesprochen sein, dass diese Sitzplätze kein Problem darstellen würden. Diese Absprache fand aber vor sechs Jahren statt. Involviert waren dabei nur das Mutter-Tochter-Duo und der Vorbesitzer. Die Nachricht der MA 59 kam plötzlich und überraschend. Dieses Urteil trifft bei Johanna Haidacher aber auf Verständnis: "Natürlich, Gesetz ist Gesetz." Es trifft die Betreiber trotzdem hart.
"Wir machen uns auch Sorgen um das Gesamtbild des Marktes", meint Haidacher. "Ein Markt sollte aus unterschiedlichen Ständen und Geschäften bestehen, und nicht aus großen Gastronomie-Ketten." Im Fall des Karmelitermarktes ist das gesetzlich zulässige Gastronomiepotenzial bereits voll ausgeschöpft. Laut Gesetz darf nur ein Drittel des Marktes als Gastronomiebetrieb geführt werden.

An Lösung wird gearbeitet

Es bestehen schon gute Kontakte zu den betroffenen Lokalen Zimmer 37 und Kaas am Markt, heißt es von der MA 59. Es soll zu einer Lösung kommen, die gesetzeskonform ist. Eine Möglichkeit dafür wäre eine Neuevaluierung. Diese kann allerdings etwa zwei Jahre beanspruchen, und ob diese Evaluierung zugunsten der Betreiber ausgeht, steht noch aus.

Auf Facebook finden sich viele Unterstützer für die zwei Betriebe. Vor allem Stammgäste hoffen auf das Weiterbestehen der "kleinen Gewerbe".
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