04.12.2017, 10:16 Uhr

Liesinger Öffi-Netz: Kompletter Umbau gefordert

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Geht es nach den Neos, sollen die Buslinien im Bezirk effizienter gestaltet werden. (Foto: Preusser)

Für einen möglichen Umbau des Liesinger Öffi-Netzes ziehen die Neos einen Verkehrsexperten hinzu.

LIESING. Bus, Bim, Bahn – aus Liesing braucht man ewig ham’. Das Liesinger Verkehrsnetz ist historisch gewachsen. So viel steht fest. Radialverbindungen laufen vom Bezirk Richtung Stadtzentrum, Querverbindungen sind mangelhaft. Veränderungen werden immer wieder gefordert. Im Frühjahr ließ etwa Ernst Paleta von PRO23 mit der Idee neuer Schnellbusverbindungen aufhorchen.

Jetzt liegt ein Vorstoß der Neos auf dem Tisch, der das gesamte Liesinger Busnetz umkrempeln soll. "Die Verkehrssituation im Bezirk ist dramatisch und bedeutet vor allem eines: Die Bevölkerung hat keine Wahl, sie ist auf das Auto angewiesen. Doch alle Versuche, einzelne Linien durch neue Streckenführungen zu verbessern, sind gescheitert", sagt Christopher Pramhofer, Klubvorsitzender der Neos Liesing. Deswegen hat man einen Verkehrsexperten mit an Bord geholt. Seine Conclusio: Es müsse an mehreren Hebeln gleichzeitig angesetzt werden. Man müsse das Netz völlig neu denken.

Konkret wolle man die Verbindungen ins Zentrum durch Querverbindungen ergänzen – ein dichtes Netz soll entstehen. Die Linienführung soll durch geradlinige Verbindungen vereinfacht werden. Umsteigen solle erleichert werden. Damit könne man, so der Experte, die Anzahl der Linien von 20 auf 21 erhöhen, die Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,8 km/h auf 19,5 km/h steigern und die gefahrenen Kilometer pro Stunde um 48 erhöhen. Unterm Strich: In der Theorie Verbesserungen auf der ganzen Linie.

Komplex und völlig neu

Seitens der Bezirksvorstehung gibt man sich zurückhaltend. "Ein komplexes und völlig neues Bussystem wurde erstmals präsentiert. Es bliebe kein Bus mehr vergleichbar mit dem Ist-Stand. Das muss seriös geprüft werden, weil es derzeit schwer zu beurteilen ist, ob das sinnvoll ist oder nicht", sagt Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SPÖ).

Dass es eine Veränderung brauchen wird, darüber ist man sich bei den Oppositionsparteien relativ einig. Rege Bautätigkeit und eine stetig wachsende Bevölkerung werden auch Verbesserungen seitens der Infrastruktur erfordern. Die bleibe leider seit Jahren auf der Strecke, so ÖVP-Bezirksparteiobmann Thomas Mück.

Die Grünen ergänzen die Debatte bereits mit konkreten Forderungen: Die schlechte Anbindung der Waldmühle Rodaun müsse schnellstmöglich verbessert werden. Außerdem brauche es einen dichteren Takt auf der Linie 225. Auch eine Taktverdichtung der Linie 62a wäre technisch einfach machbar, so Cordula Höbart.
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Brigitte Krupitza aus Liesing | 17.12.2017 | 16:40   Melden
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