14.11.2016, 15:33 Uhr

Parteien sagen nein zum Tunnel

Einen Tunnel lehnen die Bezirksparteien ab. (Foto: BI Kalksburg)

Seit dem schweren Unfall am Kalksburger Torbogen ist eine Debatte über Verkehrskonzepte entbrannt.

LIESING. Mit einem ist sich Liesings Bezirkschef Gerald Bischof sicher: "Eine Höhenbegrenzung ist keine Aufforderung zum beliebigen Ignorieren!"

Der Grund für den Ausbruch: Seit September hat es schon wieder Unfälle am selben Ort gegeben. "Pro Tag fahren hier bis zu 30 schwere LKW. Warum gibt es keine sichtbaren Beschränkungsschilder?", fragt sich Franz Kopecky von der Bürgerinitiative "Kalksburg kommt unter die Räder".

Gemeinsam mit der Lokalen Agenda 21 hat die Bürgerinitiative deshalb ein Positionspapier mit mehreren Vorschlägen ausgearbeitet. Unter anderem wird ein Tunnel für den Schwerverkehr zwischen Laab und Gießhübl angeregt.

Tunnel zu teuer

Dieser Vorschlag wird fraktionsübergreifend abgelehnt. "Ein Tunnel ist zu teuer!", so die übereinstimmende Aussage von SPÖ, FPÖ und ÖVP in Liesing.

Ähnliche Bedenken hat Bezirkschef Bischof auch bei dem Vorschlag, die U6 nach Breitenfurt zu verlängern. "Das würde eine Milliarde Euro kosten. In Breitenfurt wohnen nur 6.000 Menschen. Das rentiert sich nicht."

Dominik Bertagnol von der Liesinger ÖVP kann sich einen U-Bahnausbau durchaus vorstellen: "Das fordern wir seit Jahren als Teil eines Öffi-Paketes für Liesing. Wir wollen außerdem eine Verdichtung der S-Bahn-Intervalle zwischen Liesing und Floridsdorf und eine bessere Abstimmung zwischen Busbahnhof und S-Bahnen."

Bezirksvorsteher-Stellvertreter Roman Schmid von der FPÖ sieht auch das Land Niederösterreich gefordert, um einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrslage zu leisten: "Es müssen Stellplätze für PKW und neue Park & Ride-Anlagen geschaffen werden. Generell wird der niederösterreichische Speckgürtel zunehmend Teil von Wien. Wir brauchen mehr Öffis und eine Ausweitung der Kernzone auf die Umlandgemeinden!"

Diskutiert wird auch über eine Wiederinbetriebnahme der Kaltenleutgebner Bahn. Auch hier bremst der Bezirksvorsteher: "Das würde 30 Millionen Euro Baukosten und 20 Millionen Euro Betriebskosten bedeuten. Zu viel Geld für zu wenig Auslastung. Kaltenleutgeben hat ja nur 4.000 Einwohner."

Eine gute Nachricht hat Bischof dann doch noch: "Verschiedene Fachabteilungen und die Polizei schauen sich gerade an, was man am Torbogen machen kann, um Unfälle zukünftig zu verhindern. Im Frühjahr sollten Ideen dazu vorliegen."

Zur Sache

Ihre Meinung ist gefragt: Wie finden Sie die Vorschläge? Oder haben Sie andere Ideen für Verkehrsmaßnahmen im Bezirk? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an liesing.red@bezirkszeitung.at oder an Redaktion Liesing, Weyringergasse 35/3, 1040 Wien.
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