03.11.2016, 16:06 Uhr

Immer mehr Kinderehen unter Flüchtlingen

Kinderehen dürfen weltweit keinen Platz haben
Drastischer Anstieg von Kinderehen unter Flüchtlingen

Immer mehr junge Mädchen werden in Flüchtlingsunterkünften zwangsverheiratet. Besonders häufig betroffen sind vor allem minderjährige Mädchen aus Syrien, warnte vor kurzem die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer.

Während vor dem Krieg in Syrien bei 13 Prozent aller Hochzeiten einer oder beide Ehepartner jünger als 18 Jahre gewesen sind, ist deren Anteil nun auf mehr als 51 Prozent gestiegen. Vor allem in Flüchtlingscamps in Jordanien, im Libanon, im Irak und der Türkei hat sich die Zahl der Zwangsehen erhöht.

Dabei handeln die Eltern oft im besten Glauben. Eine Ehe soll ihren Töchtern in der unsicheren und instabilen Fluchtsituation helfen, sie finanziell, aber auch körperlich absichern und ihre Ehre bewahren. Dabei wird auch häufig eine Mitgift an die Eltern gezahlt, um eine Heiratserlaubnis zu erhalten.

Armut ist ein häufiger Beweggrund für syrische Eltern, ihre Töchter zu verheiraten – jedoch mit verheerenden Folgen: Die Mädchen brechen nicht nur häufig die Schule ab und werden sozial isoliert. Oft werden sie auch Opfer von häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch, durch - die in der Regel wesentlich älteren Ehemänner.

Geburt ist zweithäufigste Todesursache von Kinderbräuten
Frühe Schwangerschaften sind eine weitere Gefahr für die jungen Frauen. Denn im Teenageralter führt dies oft zu Komplikationen. Allein in Entwicklungsländern sterben jedes Jahr etwa 70.000 Mädchen. Laut der Weltgesundheitsbehörde WHO ist die zweithäufigste Todesursache von Kinderbräuten die Geburt ihres Kindes. Gefolgt von Selbstmord.

Gesetze müssen Ehen von Minderjährigen verbieten
Leider nimmt die ohnehin hohe Zahl von Kinderehen weiter zu. Jeden Tag werden weltweit 40.000 Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet – das entspricht einer Kinderehe alle zwei Sekunden. Etwa ein Drittel dieser Mädchen ist noch nicht einmal 15 Jahre alt. Wird der Trend nicht gestoppt, werden im Jahr 2030 rund 950 Millionen Mädchen verheiratet sein, warnte Anfang des Jahres die Kampagne „Girls not brides“. Die Folgen sind verheerend: Mehr als 60 Prozent der Kinderbräute haben keinen Schulabschluss. Damit fehlt ihnen vor allem die Chance, sich einmal selbst versorgen zu können.

Wo bleibt hier der Aufschrei der Frauenrechtlerinnen in Österreich und ganz Europa? Schweigen im Walde!

Deshalb fordere ich hier in Österreich - alle Zuständigen auf, klare Stellungnahmen und Gesetze gegen Kinderehen zu setzen.

Kinderehen dürfen weltweit keinen Platz haben!
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Zoltán Odri aus Josefstadt | 08.11.2016 | 09:38   Melden
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