Ein Paradies am Fastenberg

Hans Schrempf überblickt sein "Reich" von der geschwungenen Terrasse gleich oberhalb des  hauseigenen Biotops.
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  • Hans Schrempf überblickt sein "Reich" von der geschwungenen Terrasse gleich oberhalb des hauseigenen Biotops.
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Hört man heutzutage den Begriff „Kunsthandwerker“, macht man sich in der Regel keinen Begriff davon, wie das Wörtchen „Kunst“ eigentlich zum Handwerk kommt. Viel eher schwirren einem bei der Erwähnung des Begriffes heutzutage Bilder von Massenware durch den Kopf. An die Betonung individueller Kreativität, von „Selbstverwirklichung“ oder sogar der philosophischen „Sinnsuche" denken wohl die wenigsten.
Was es wirklich heißt ein Handwerk mit „Leib und Seele“ auszuüben, dass erfährt man als „Laie“ erst, wenn man die Gelegenheit nutzt, einen echten Handwerkskünstler bei der Arbeit zu beobachten.

"Handwerksrebell"
Dass im Hause Schrempf (Sohn Herbert trat bereits in seines Vaters Fußstapfen) nichts „von der Stange kommt“, das erkennt man schon, nähert man sich dem Domizil der Familie am Rohrmooser Fastenberg. Türmchen und Erker, Dächer, die als wildromantische Gärten dienen, Vorhöfe, Innenhöfe, verfallene Treppenfluchten Verzierungen und Schnörkel aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen, alles überwuchert und verwachsen von und mit der Natur der Schladminger Tauern. Man fühlt sich augenblicklich in die Wunderwelt J. R. R. Tolkiens versetzt – und zwar in jede der im „Herrn der Ringe“ erzählte, märchenhafte Fabellandschaft gleichzeitig. Dabei entstand das verzauberte Heim der Schrempfs nicht nach irgendeiner Vorlage der Weltliteratur, sondern einzig nach der „Experimentierfreudigkeit“ und der Kreativität Vater Hans’. Indem er sich über Jahrzehnte hinweg das Heim seiner Träume schuf, trägt er seine Kunst, wenn auch nicht vorsätzlich, dann doch sehr eindrucksvoll nach außen.
Viel weniger „extrovertiert“ ist der Hausherr Hans Schrempf dabei selbst. Ruhig und beinahe bescheiden führt er durch die Räumlichkeiten, Gärten und Höfe seines Heims. Und er nimmt sich die Zeit, dem der fragt ausführlich zu erzählen, wie und warum er „seinen Weg“ einschlug und was er auch heute noch links und rechts dieses Pfades sucht. „Am Anfang musste ich den vorgegebenen Weg allerdings verlassen“, sagt der 65-Jährige und beginnt seine Geschichte.
„Als ich in den 60er-Jahren in Schladming in die Lehre ging, wurde alles aus Pressholz hergestellt – und zwar wie am Fließband. Es war für mich wohl die Erfüllung eines Traumes, das Handwerk des Tischlers erlernen zu dürfen. Ich hatte mich schließlich schon seit jüngster Jugend für die Arbeit mit Holz interessiert – mein Vater war Zimmermann – immer nur Spanplatten aneinander zu leimen, war überhaupt nicht meine Welt“, erzählt Hans Schrempf.
„Ich habe eigentlich immer das gemacht, was nicht dem aktuell Zeitgeist entsprach“, erzählt Schrempf verschmitzt. „Wenn man so will, bin und war ich schon immer ein ‚Handwerksrebell’.“

Autor:

Markus Weilbuchner aus Liezen

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