Der Trend zurück ...

Adventkranz beim Dorfadvent in Großreifling

Obwohl in den letzten Jahren in manchen Orten der beispiellose Ehrgeiz überhand nahm, im Advent etwas Einmaliges oder Überdimensionales zu bieten, ist neuerlich eine Kehrtwende zu beobachten.
Es gibt in besagten Orten, den größten Adventkranz, den höchsten Christbaum, das größte Lebkuchenhaus, welches begehbar sein soll, die größte schwimmende Laterne oder Adventkranz am See, den größten Adventkalender in Form eines geschlossenen Gebäudes oder einer Ortschaft, die größte Krippe, der größte Engel soll schweben, der größte Keks soll verkostet werden, der dickste Christstollen, das längste Kletzen – oder Früchtebrot, die mächtigsten Kerzen, Glocken und so weiter müssen für Attraktionen herhalten. Das Größte, das Höchste, das Längste, das Breiteste muß es sein, eines Bezirkes, eines Bundeslandes usw.! Die Touristikmanager wurden in vergangenen Jahren nicht müde, sich immer wieder etwas einfallen zu lassen, was die sensationsgierigen Menschenmassen nur so anlockt.
Die Weihnachtsbeleuchtung muß ebenfalls außergewöhnlich sein, etwas, was andere Orte noch nicht haben, Dauerberieselung durch Non-stop-Gesang von Chören im fliegenden Wechsel sorgen für grenzenlose Kauflust an den Adventständen und für lockere Geldbörsen bei Glühwein – und Punschhütten. Ob es tatsächlich Sinn macht, wenn sich die Menschen gegenseitig durch das künstlich-kitschige Geschehen schieben, ist eine andere Frage.
„Ist ohnehin schon überall das Gleiche“, hört man schon längst das übersättigte Publikum sagen! Nun haben wieder findige geschäftstüchtige Organisatoren urplötzlich die Vergangenheit entdeckt, „Advent und Weihnachten, wie es früher einmal war“, wird hier verklärt propagiert, gerade dort, wo der größte Adventkranz des Landes leuchtet. Oder „Adventbegegnungen“, „Adventsuche“, „Adventromantik“, "Adventwanderungen", „Landadvent“, „Bauernhofadvent“, „Vorstadtadvent“ „Kulturadvent“, „Schlösser – und Burgenadvent“ ein bekanntes Krippenzitat von Peter Rosegger wird gnadenlos vermarktet, indem man massenweise Autobusse herankarren läßt. Andere Regionen haben sich bereits dem „stillen Advent“ verschrieben, keine kitschige, überbordernde Beleuchtung, kein lärmender Massenauflauf von Zombie-"Perchten", keine rekordverdächtigen Zahlen mehr, was durchaus begrüßenswert ist. Aber der Teufel schläft nicht, der Mensch, ist grundsätzlich ein Nachahmer und es wird nicht lange dauern und alle Dörfer, Märkte, Städte, Regionen haben diese Stille, Besinnung und Ruhe plötzlich wieder entdeckt und NUR für sich allein gebucht. Wie sich aber diese alten - neuen Schlagwörter wiederum mit dem Publikumsansturm auf den Trampelpfaden bewältigen lassen, kann man nur erahnen!
Und was kommt dann, wenn man dessen wieder überdrüssig wird?

Autor:

Friederike Amort aus Liezen

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