Die richtige Entsorgung vom "Häufchen Elend" erspart viel Ärger!

Johann Gasteiner ist Veterinärmediziner und Leiter für Forschung und Innovation der HBLFA Raumberg-Gumpenstein.
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  • Foto: Foto: HBLFA Raumberg-Gumpenstein
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Schon einmal beim Spazieren entdeckt? Da liegt ein rotes Etwas in einer von Blumen übersäten Wiese. Bei genauerem Hinsehen wird klar, das ist ein sogenanntes Hundekotsackerl. Was bewegt Hundebesitzer dazu, den Kot ihres Vierbeiners in eine Plastiktüte zu stecken und diese dann in einer "fremden" Wiese zu entsorgen? Im Gespräch mit einheimischen Bauern trat in dieser Angelegenheit viel Missmut zutage.

Plastik in Wiesen

In Stainach-Pürgg sind einige Grundeigentümer und auch die Gemeinde dazu herausgefordert, mit diesem misslichen Verhalten umzugehen. Die Verrottungsdauer eines Plastiksackerls beträgt im Schnitt 10 bis 20 Jahre, abhängig von UV-Einstrahlung und Witterungsumständen. Das achtlose Entsorgen des Hundekotsackerls in den Wiesen und auf den Wegen ist, abgesehen von der optischen Belästigung, eine Umweltverschmutzung. In den meisten Gemeinden sind beim Einstieg an Spazierwegen Hundesackerlspender und Müllkübel aufgestellt. Die Entsorgungstüten für den Hundekot können dort kostenfrei entnommen werden. Es ist selbstverständlich nicht angenehm, den Hundekot für die Dauer des Spaziergangs im Kotsackerl in den Händen zu tragen, daher Tragetasche einpacken. So wird eine adäquate Entsorgung gewährleistet, die für alle nur Vorteile bringt.

Abkoten im Futter?

In der Natur der Sache läge es, dass sich die Vierbeiner einfach am Wegrand oder in der Wiese erleichtern. Da gibt es allerdings einen unliebsamen Nebeneffekt, der leider vielen nicht bekannt ist. Vor knapp zwei Jahren war ein Landwirt aus der Gemeinde Stainach-Pürgg mit der traurigen Situation konfrontiert, dass er mehrere Kälber als Totgeburten zu verzeichnen hatte. Bei einer genauen Analyse eines Abortus durch die Veterinärmedizinische Universität Wien wurde bei dem Tier Neosporose festgestellt. Im Zentrum für Bildung und Forschung Raumberg-Gumpenstein nahm man sich der Sache an und beleuchtete die Umstände dieses Krankheitserregers.

Erreger im Hundekot

Im Gespräch mit Johann Gasteiner, Doktor der Veterinärmedizin an der HBLFA Raumberg, hat sich herausgestellt, dass Neosporose eine Infektionskrankheit bei Haus- und Nutztieren ist, die sich im Darm des Hundes voll entfalten kann. Das bedeutet, der Hund ist der Endwirt. Soweit erforscht, erkranken Hunde an diesem Erreger nicht, allerdings scheidet der Hund mit dem Kot den Erreger Neospora caninum aus. Die Erreger sind für Weidetiere ansteckend. Mit der Aufnahme von belastetem Futter oder Wasser können sich die Tiere infizieren. Bei Infektionsfällen kommt es bei Kühen häufig zu Totgeburten. Ein trauriges Fazit für ein bisschen Kot. Johann Gasteiner appelliert an die Hundebesitzer ihre vierbeinigen Freunde angeleint und kontrolliert spazieren zu führen. Fazit: Mit dem Kotsackerl im Mistkübel ist alles dort, wo es hingehört.

Autor:

Petra Schuster aus Liezen

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