In Gößl hat der Dorfrichter das Sagen

Karl Bischof ist der amtierende Dorfrichter in Gößl. Eine seiner Aufgaben ist die Aufbewahrung der Dorfchroniken.
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  • hochgeladen von Christoph Schneeberger

Im Ausseerland wird Tradition und Brauchtum viel stärker und ausgeprägter gelebt als in vielen anderen Teilen unseres Bezirkes. Das ist nichts Neues und uns allen bekannt. Im Grundlseer Ortsteil Gößl hat bis heute ein Dorfrichter das Sagen. Er beruft Treffen der Dorfgemeinschaft ein und informiert über anstehende Ereignisse.
Der aktuelle Dorfrichter ist Karl Bischof. Bestehend aus acht Bauern wechselt die "Regentschaft" jährlich. Für Bischof ist es die zweite Amtszeit. "Der Dorfrichter beantwortet zum Beispiel die Fragen: Wann wird das Vieh auf die Alm getrieben? Welche Zäune müssen gemacht werden? Die Aufgabe des Dorfrichters ist es auch, alles genau zu dokumentieren und in einer Kiste aufzubewahren", so Karl Bischof.
Die Schriften über die Tätigkeiten werden Dorfchronik genannt. Sie werden in einer Holzkiste beim jeweiligen Dorfrichter zuhause aufbewahrt.

Dorfrichter beruft Treffen ein

Die Aufgabe des Dorfrichters ist es außerdem, etwaige Schäden, beispielsweise nach einem Unwetter oder einen Wildschaden, an die Behörden zu melden. "Diese Tradition konnte sich deshalb so lange halten, weil es fast die komplette Kommunikation im Dorf betrifft. Bevor ich das Musikfestival 'Sprudel, Sprudel und Musik' organisiere, gehe ich vorher zum Dorfrichter", berichtet Bürgermeister Franz Steinegger.
Die Zusammenkünfte finden im Gasthof Veit statt. "Immer, wenn etwas ansteht, muss der Dorfrichter ein Treffen einberufen", sagt Bischof. Theoretisch könnte er alles verändern, realistisch gesehen, wird das aber kein Dorfrichter verantworten.

Eigene Kirche

Eine weitere Besonderheit betrifft die Gößler Kirche. 14 Bauernfamilien sind im Besitz der Kirche, die von der Dorfgemeinschaft selbst errichtet worden ist. "In Grundlsee hat es früher keine eigene Kirche gegeben, daher musste der beschwerliche Weg nach Bad Aussee auf sich genommen werden. Die Kirche wollte keine bauen, daher wurde sie von den Gößlern selbst errichtet", erklärt Steinegger.
Durch die Chroniken wird die Dorfrichter-Tradition wohl noch länger aufrechterhalten bleiben. Entweder durch die historischen Aufzeichnungen oder durch den Brauch selbst.

Karl Bischof ist der amtierende Dorfrichter in Gößl. Eine seiner Aufgaben ist die Aufbewahrung der Dorfchroniken.
14 Familien halten einen Anteil an der Kirche in Gößl.

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