Katzenjammer auf der Alm

Riesenwirbel in Donnersbachwald: Eine tote Katze, Vorwürfe unter Nachbarn und lautstarkes juristisches Kettenrasseln.

Der Besitzer der toten Katze "Minni" Franz Vorderwinkler steht noch immer unter Schock: "Ich habe Minni schwerkrank von einem Bauern geholt, sie musste künstlich ernährt werden, aber sie wurde gesund. Sie war mein Lebensbegleiter. Ich kann das alles nicht verstehen", sagt der Pächter der Mörsbachhütte in Donnersbachwald.
Die Katze im Sack
Vorderwinklers Anwalt Johannes Pfeifer gibt Auskunft über den Fall: "Als Minni an einem Freitag nicht nach Hause kam, wurde eine Suchaktion eingeleitet, die ergebnislos verlief. Der Nachbar hat am nächsten Tag einen schwarzen Plastiksack übergeben, in dem sich das tote Tier befunden hat. Seine Erklärung: Die Katze sei an den Stromstößen eines Weidezaunes gestorben und sein Bekannter habe ihr, um sie herauszulösen, den Kopf abgeschnitten. Er selbst hätte mit dem Tod der Katze nichts zu tun", erzählt Rechtsanwalt Pfeifer. Mit dieser Aussage geben sich aber weder Franz Vorderwinkler noch sein Anwalt zufrieden und haben entsprechend weitere Schritte eingeleitet.
"Die Obduktion durch Tierarzt Gerald Lamprecht aus Irdning weist auf einen wuchtigen Schlag mit einem spitzen Gegenstand hin, Luftröhre und Halswirbelsäule waren glatt durchtrennt. Nach seiner Meinung war das Tier noch am Leben, als der tödliche Schlag - vermutlich mit einer Axt - erfolgte", so Pfeifer weiter. Der Obduktion zufolge ist die Katze also geköpft worden.
"Eine große Schweinerei"
Der Nachbar erzählt seine Version: "Die Mannschaft des SV Schärding war bei mir auf der Hütte und hat mich informiert, dass sie eine tote Katze im Schafweidezaun gefunden haben. Ich habe den Strom abgeschaltet und bin nachschauen gegangen. Sie hatte sich total verheddert, ich wollte den Zaun durchtrennen. Da ist dann der Forstwart dazugekommen und hat die Katze aus dem Zaun geschnitten." Und weiter: "Diese Angelegenheit ist eine große Schweinerei vom Alpenverein (Besitzer der Mörsbachhütte, Anm.) und anderen, denn die möchten mir unbedingt etwas anhängen", sagt der Nachbar.
Um die genaue Todesursache festzustellen, wurde das Tier jetzt exhumiert und in die Veterinäruni Wien gebracht, wo ein pathologisches Gutachten erstellt wird, dessen Ergebnis in vier Wochen erwartet wird.
Klage wird vorbereitet
"Sobald das Gutachten da ist, werden wir Anklage erheben. Wir werden alles daran setzen, dass dem mutmaßlichen Täter die Gewerbeberechtigung, der Waffenschein, der Jagdschein und auch der Führerschein entzogen wird", sagt Anwalt Pfeifer und fügt an: "Wir werden auch Trauerschmerzensgeld einklagen, denn der fortschreitenden Verrohung der Gesellschaft gegenüber Tieren muss endlich Einhalt geboten werden." Bezirkspolizeikommandant Herbert Brandstätter sagt über den Fall: "Meiner Meinung nach kann man das nicht formal abtun und es als Sachbeschädigung sehen. Wenn das Tier wirklich geköpft wurde, gehört schon eine Menge Energie dazu, so eine Tat zu begehen. Wir werden nicht zur Tagesordnung übergehen."
Endgültige Klarheit wird in den "Fall Minni" voraussichtlich das Gericht bringen müssen. Nebenbei heizt der Vorfall die Diskussion über die gesetzliche Definition von Tieren (rechtlich ist ein Tier eine Sache und wird auch wie eine solche bewertet) neu an.                                                                         brizni

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