Keine Angst vorm Wolf im Park

Ein Wolfsriss wird über eine DNA-Untersuchung bestätigt.
  • Ein Wolfsriss wird über eine DNA-Untersuchung bestätigt.
  • Foto: Bauernfeind
  • hochgeladen von Roland Schweiger

Während sich Landwirte, Jägerschaft und Touristiker über die "Wiederkunft" des Wolfes Sorgen und Gedanken machen sowie Vorbereitungen treffen, finden die Nationalparks in Österreich diese Situation gar nicht so unerfreulich. In einem Positionspapier des Nationalparks Hohe Tauern heißt es etwa: "Der Nationalpark Hohe Tauern wird zuwandernde Tierarten herzlich willkommen heißen. Als wesentliches Ziel eines Schutzgebietes gilt der Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und der Erhalt der Artenvielfalt". Und auch aus dem Nationalpark Gesäuse klingt es ähnlich. Geschäftsführer Herbert Wölger sagt: "Auf der Nationalparkfläche sind alle großen Beutegreifer willkommen, die gehören ja zum natürlichen Artenspektrum. Wir haben regelmäßig Luchsbesuch, bis vor wenigen Jahren auch unregelmäßige Bärennachweise. Vom Wolf haben wir keine Nachweise und Auswilderungen haben wir nicht vorgesehen".

Vorfall im Nebenbezirk

Dass ein Wolf sich aber bereits in nächster Bezirksnähe befindet, könnte ein Vorfall vor kurzem in der Gemeinde Neumarkt, rund 100 Kilometer vom Ennstal entfernt, beweisen. Vier Lämmer und ein älteres Schaf dürften in Neumarkt im Bezirk Murau einem Wolf zum Opfer gefallen sein. Der Wolf konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden, jedoch die Anzeichen eines Wolfsrisses liegen vor. Die betroffene Landwirtin hatte übrigens, nachdem bereits in der Vergangenheit eine Hirschkuh gerissen wurde, Vorbereitungen – wie Einzäunungen oder auch einen Herdehirtenhund – getroffen. Zur Klärung, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, wurden DNA-Spuren an die Universität für Veterinärmedizin nach Wien geschickt. Ein anderes Tier, der Luchs, der im Ennstal im Nationalpark bereits mehrmals bestätigt wurde, ist für Landwirtschaft und Jägerschaft kein Problem. Seitens des Nationalparks Gesäuse wurde dazu 2016 die „Luchsgruppe Steiermark“ gegründet. "Unsere Luchsgruppe ist in erster Linie eine Kommunikationsplattform der Stakeholder (Jäger, Landwirte, Forstbetriebe, Naturschutz). Luchse stellen für die traditionelle Landwirtschaft in unserer Region keine große Gefahr dar und werden daher von vielen Seiten positiv gesehen". Und weiter: "Die Jägerschaft ist gespalten, es gibt befürwortende und ablehnende Haltungen dazu. Bären werden derzeit in der Region übrigens nicht diskutiert. Beim Thema "Wolf" treffen wir außerhalb des Nationalparks aber auf strikte Ablehnung durch die Stakeholder", sagt Geschäftsführer Herbert Wölger.

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