Keine Kitzbüheler Verhältnisse

Immobilien in Tourismusgemeinden sind begehrt – auch bei den Urlaubern als Zweitwohnsitze. Das stört die Einheimischen.
  • Immobilien in Tourismusgemeinden sind begehrt – auch bei den Urlaubern als Zweitwohnsitze. Das stört die Einheimischen.
  • Foto: RMA Archiv
  • hochgeladen von Roland Schweiger

Mit einem offener Brief an den Landeshauptmann und alle Mitglieder der Landesregierung und des Landtages Steiermark zeigt ein Schladminger Bürgerforum das Zweitwohnsitz-Problem in der Region auf. Darin kritisiert es aktuelle Projekte wie zum Beispiel ein in Bau befindliches Chaletdorf am Hauser Kaibling, eine geplante Hotel- und Apartmentanlage sowie einige touristische Bauvorhaben im „allgemeinen Wohngebiet“ in Schladming. "Offensichtlich öffnen die aktuellen steirischen Landesgesetze – unter den Deckmänteln Tourismus und Wirtschaft – zahlreiche Schlupflöcher für Immobilienspekulationen und die Errichtung illegaler Zweitwohnsitze", heißt es darin und die Initiatoren fordern auf: "Lippenbekenntnisse lösen das aktuelle Problem nicht mehr. Es ist höchste Zeit, den Ausverkauf unserer Heimat zu stoppen".

Schlupflöcher im Gesetz

Der grüne LAbg. Lambert Schönleitner meldete sich auch dazu und meint: "Die steirischen Gesetze bieten zu viele Schlupflöcher, diese müssen geschlossen werden“, und "Kitzbüheler Verhältnisse sind das Letzte, das wir in der Steiermark wollen".
Auch die Freiheitlichen meldeten sich zu Wort: "Es kann nicht sein, dass die Preise im Ennstal aufgrund von Zweitwohnsitzen und teils stattfindenden Grundstücksspekulationen derart in die Höhe schnellen, dass die lokale Bevölkerung einerseits keine Möglichkeit mehr hat, sich den Traum eines Eigenheims zu verwirklichen und andererseits das Wohnen insgesamt unfinanzierbar wird", so der FPÖ-Landtagsabgeordnete Albert Royer.

Land Steiermark reagiert

Die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ haben nun in einer Aussendung reagiert. Darin erklären sie, sich dieser Sorge anzunehmen. Gemeinsam will man die Probleme prüfen und gegebenenfalls gesetzliche Regelungen beschließen.
„Natürlich machen sich die Menschen Sorgen. Zweitwohnsitze können Immobilienpreise in den Regionen in die Höhe treiben, sodass für Einheimische das Wohnen in einzelnen Gemeinden nicht mehr leistbar ist“, sind sich SPÖ-Landtagsabgeordnete Michaela Grubesa und ÖVP-Landtagsabgeordneter Armin Forstner einig. Insbesondere problematisch sei überdies, „wenn die Zweitwohnsitze nicht als solche gemeldet werden. Dann wird Infrastruktur zur Verfügung gestellt, die in dem gebotenen Umfang eigentlich gar nicht benötigt würde. Es entstehen Mehrkosten, die wieder die Gemeinde schultern muss“, betont auch Gemeindebund-Präsident Erwin Dirnberger (ÖVP).
Es gibt gesetzliche Möglichkeiten, um solchen Tendenzen entgegenzuwirken. „Das sind zum Beispiel das Raumordnungs-, das Grundverkehrs- und das Nächtigungs- und Ferienwohnungsabgabegesetz. Gegebenenfalls sind auch gesetzliche Regelungen notwendig“, sind sich die Regierungsparteien einig.

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