"Nicht verhindern, bitte verlagern"

So sieht der alternative Entwurf aus: Überbauung von Arkade, Kastner & Öhler und Eurospar.
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  • So sieht der alternative Entwurf aus: Überbauung von Arkade, Kastner & Öhler und Eurospar.
  • Foto: Stadtmarketing
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Die WOCHE bekam kürzlich einen "alternativen" Entwurf für ein Einkaufszentrum in Liezen - einem Überbau von Arkade, Eurospar sowie Kastner & Öhler - aus einer Kommissionssitzung des Stadtmarketing Liezen übermittelt. Daraufhin lud die WOCHE Friedrich Kaltenbrunner, Vorsitzender des Stadtmarketing Liezen, zum Interview.

In letzter Zeit konnte man die Diskussion über das geplante Einkaufszentrum südlich der Bundesstraße verfolgen – wir haben den Entwurf von dritter Seite erhalten, was ist dazu zu sagen?

FRIEDRICH KALTENBRUNNNER: Ich bin überrascht, dass Sie das vorliegen haben. Aus Sicht des Stadtmarketing Liezen haben wir uns darüber Gedanken gemacht, wie man die bisherigen Handelsbereiche noch besser nutzen und weiterentwickeln könnte.

Ist der Entwurf ein bereits fertiges Alternativprojekt?

KALTENBRUNNNER: Nein, auf keinen Fall – es handelt sich dabei um eine visualisierte Idee. Ich habe vor einigen Monaten von der Planung eines Einkaufszentrums südlich der Bundesstraße erfahren und im Rahmen der Jahreshauptversammlung meine Bedenken klar formuliert.

Worin bestehen diese Bedenken?

KALTENBRUNNNER: Liezen hat bereits jetzt eine sehr weitläufige Verteilung der Handelsflächen, die überwiegend nur mehr mit dem Auto erschlossen werden können. Innerstädtische Unternehmen sind zur Absiedelung gezwungen und die früheren Frequenzlagen sind immer mehr von Leerstehungen bedroht. Eine Stadt hat nur Charme, wenn eine lebendige Geschäfts- und Wohnstruktur im Zentrum erhalten bleibt.

Braucht Liezen überhaupt noch weitere Handelsflächen?

KALTENBRUNNNER: Liezen hat eine der höchsten Handelsdichten in ganz Österreich und es ist wichtig, dass es gelingt, die Kaufkraft wenigstens im Bezirk zu halten – das sichert Arbeitsplätze. Wir haben Marktforschungsstudien beauftragt und wissen, dass Liezen in gewissen Branchen noch Qualitätsanbieter braucht – dafür neue Flächen anzubieten ist sinnvoll. Diese Flächen dürfen aber nicht an der Peripherie liegen – das wäre aus Sicht der Stadtplanung ein großer Fehler. Innerstädtische Bereiche würden mehr verwaisen und es käme zu einem großen Teil nur zu einer Übersiedelung von „Alt“ nach „Neu“.

Sollte das geplante Einkaufszentrum südlich der Bundesstraße verhindert werden?

KALTENBRUNNNER: Liezen wäre mit diesem Standort nicht der Zeit voraus, sondern einen großen Schritt zu spät. Die Verlagerung von Handelsflächen an den Stadtrand hat in fast allen Städten kurz- bis mittelfristig zu massiven Problemen für alle lokalen Unternehmer geführt und die Wohnbevölkerung verliert die letzten Nahversorger. Alle diese Städte bemühen sich nun verzweifelt die innerstädtische Infrastruktur wieder mit viel Aufwand zu beleben. Es geht daher überhaupt nicht darum etwas zu verhindern, sondern den Standort ins Zentrum zu verlagern. Im Sinne aller und zur Erhaltung oder Wiederherstellung einer Stadtstruktur sollten die bereits bestehenden Handelsflächen intelligent weiterentwickelt werden – wir bräuchten keine neuen Flächen, sondern könnten den Luftraum innovativ nutzen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Autor:

Tina Tritscher aus Liezen

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