Oberes Ennstal: eine Vorzeigeregion in Sachen E-Mobilität

Das E-Tankstellennetz wird im Oberen Ennstal weiter ausgebaut, auch Ladestellen für E-Bikes sind gefragt.
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  • Foto: panthermedia.net/Kasto
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In den Gemeinden der Politischen Expositur Gröbming sind besonders viele Menschen mit E-Autos unterwegs.

Die Steiermark hat im Bundesländer-Vergleich nach Vorarlberg den zweithöchsten Anteil neu zugelassener Elektro-Autos, wie eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) über die Pkw-Neuzulassungen in den ersten drei Quartalen zeigt. 3,3 Prozent der Neuwagen fahren ausschließlich mit Strom.

Klimaziele trotzdem gefährdet

Sechs von zehn Pkw in der Steiermark werden auf Firmen oder andere „juristische Personen“ neu zugelassen. Durch eine Reform der Firmenwagenbesteuerung kann die für das Erreichen der Klimaziele nötige Energiewende im Verkehr beschleunigt werden, betont der VCÖ. Denn mit fast 93 Prozent ist auch in der Steiermark der Anteil der neu zugelassenen Diesel- und Benzin-Pkw um ein Vielfaches höher als der Anteil der Elektro-Autos.

Gröbming fährt elektrisch

Steirischer Spitzenreiter ist der Bezirk Graz-Umgebung mit 5,6 Prozent, vor Gröbming (5,2 Prozent) und Graz (4,1 Prozent). Am niedrigsten ist der E-Autoanteil im Bezirk Leoben Land mit 1,1 Prozent. "Das E-Werk Gröbming war eines der ersten Energieversorgungsunternehmen österreichweit, welches das Thema E-Auto aktiv beackert hat. Alle unsere Strom-Kunden können bereits seit fast sechs Jahren jederzeit kostenlos ein E-Auto testen – ohne bürokratischen Kram. Ebenso stellen wir seit sechs Jahren nach wie vor kostenlos den Öko-Strom fürs Tanken zur Verfügung. Pro Tag tanken bei uns im Schnitt 15 Autos gratis Öko-Strom", berichtet Ernst Trummer, Geschäftsführer E-Werk Gröbming, über die Gründe, warum es vergleichsweise viele E-Autos im Oberen Ennstal gibt.

Regionales Erfolgsrezept

Der „Tag der lautlosen Freiheit“, der bereits fünf Mal von E-Werk Gröbming und der Klima- und Modellregion Gröbming veranstaltet wurde, ist seit Jahren die erste und einzige Veranstaltung, welche sich dem Thema E-Mobilität am Land widmet. "Zuerst wurden wir milde belächelt, es war schwierig, die großen Hersteller dafür zu gewinnen. Jetzt ist es ein Selbstläufer. Als besonderes Highlight bleibt in Erinnerung, dass sogar Tesla sein Premium Model X in Gröbming präsentierte und jedermann damit fahren konnte", betont Trummer.
Trotzdem weiß er, dass wahrscheinlich noch viel Überzeugungsarbeit notwendig sein wird. "Es bleibt jedoch der schale Beigeschmack, dass viele Autohändler es noch nicht richtig kapiert haben, dass das E-Auto die Verbrenner ablösen wird. Das kommt wie das Amen im Gebet. Viele Händler sehen das E-Auto als notwendiges Übel, das hoffentlich wieder vorbeigehen wird – dem ist aber nicht so."

Glorreiche Zukunft

Für den aktuellen Aufschwung der E-Mobilität macht Ernst Nussbaumer, Geschäftsführer der Energieagentur Steiermark Nord, auch Klimaschützerin Greta Thunberg verantwortlich. "Die Leute denken heute nachhaltiger, das hat sicher auch mit der Bewegung der Kinder und Jugendlichen zu tun." Nussbaumer rechnet nicht nur mit einem Ausbau der E-Tankstellen, sondern auch von Ladestationen für E-Bikes.
Derzeit gibt es über 30 E-Tankstellen in der Region. "Wir planen aktuell einen Super-Charger inmitten von Gröbming, der über CCS 100 KW Gleichstrom abgibt. Die Leitungen sind bereits verlegt. Es wird sich in den nächsten zehn Jahren im Bereich der Mobilität mehr tun als in den vergangenen 50 Jahren. Die E-Wirtschaft wird dabei eine tragende Rolle einnehmen", meint Trummer abschließend.

Autor:

Christoph Schneeberger aus Liezen

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