Vom Jagdschloss zur Heimat der Kapuziner

Bruder Rudi vor der Ausstellung „Die Geschichte des Ordens“ . Hier wird auch die originale Übergabe-Urkunde aus dem Jahre 1711 ausgestellt.
  • Bruder Rudi vor der Ausstellung „Die Geschichte des Ordens“ . Hier wird auch die originale Übergabe-Urkunde aus dem Jahre 1711 ausgestellt.
  • Foto: Schweiger
  • hochgeladen von Redaktion Liezen

Das Kloster in Irdning feiert einen runden Geburtstag. Seit dreihundert Jahren ist das Gebäude in den Händen des Kapuzinerordens.

In den Siebzigerjahren stand das Kapuzinerkloster Irdning kurz vor der Schließung. Mittlerweile hat sich zwar der Brüderbestand stark verringert, jedoch der Erhalt des Klosters steht außer Zweifel. Grund genug für die „Padres“ nun das 300-jährige Bestehen ihres Klosters ordentlich zu feiern.

Drei Kapuzinerbrüder leben noch in Irdning. Bruder Bonifaz Heinisch (85), Br. Erhard Mayerl (78) und der Guardian (Klostervorsteher) Br. Rudolf Leichtfried (57). Der Bruder Rudi, wie er genannt wird, kam vor dreißig Jahren aus seiner Heimat Niederösterreich nach Irdning. Er leitet, gemeinsam mit der einzigen Angestellten des Hauses, Elisabeth Berger, die kontemplativen Exerzitien. Diese Meditationskurse sind intensive Zeiten der Stille und beinhalten eine Schule des Wahrnehmens. Die Kurse dauern zehn Tage und kosten 430 Euro.

„Menschen aus den verschiedensten Religionen, Junge, Alte, Trost- oder einfach das Leben suchende Personen aus der ganzen Welt nehmen an diesen Kursen teil. Seit 1992 haben über 2.500 Menschen diese Kurse besucht“, berichtet Bruder Rudi. Dies ist auch eine wichtige Einnahmequelle für den Orden in Irdning, denn nicht immer wird, wie damals vor 300 Jahren, den Brüdern etwas geschenkt. „Für die Betriebskosten des Hauses müssen wir selbst aufkommen, einen Kaplangehalt von ca. 1.100 Euro bekommen wir monatlich von der Diözese bezahlt. Die Exerzitienkurse sind sicherlich ein wichtiges Einkommen, aber deshalb machen wir es nicht. Es geht uns um die Seelsorge“, so der Klostervorsteher.

Am 27. April jährt sich also die Übergabe des damaligen Schlossherren Sigmund Friderich Freiherrn von Welsersheimb an den Kapuzinerorden. Das Klosterarchiv berichtet über die Ereignisse im Jahre 1711 folgendermaßen: „Im 8. Jahrhundert stand an dieser Stelle der Hof Pfaffing. Damals wurde dieser Hof an Hans Adam Praunfalkh, Verwalter der Herrschaft Neuhaus (Trautenfels), verkauft. Von dieser Familie erfolgte der Ausbau zum Schloss. Sie stellte es zwischen 1612 und 1615 fertig und nannte es „Falkenburg“. 1695 ging das Schloss an Sigmund Friderich Freiherrn von Welsersheimb, den Besitzer von Gumpenstein. Als seine Gattin Beatrix 1708 im Sterben lag, hat sie ihm das Schloss, das sie von ihm als Brautgabe erhalten hatte, mit der Auflage zurückgegeben, es möge in ein Kapuzinerkloster umgewandelt werden, was dann auch 1711 geschah.

Dies wir nun gefeiert und sogar ein direkter Nachfahre Welserheimbs wird am 27. April beim Fest der Schlüsselübergabe dabei sein und eine Festrede halten.

Zahlreiche Veranstaltungen finden bis Ende Mai im Kloster Irdning statt. Während dieser Zeit ist auch die Ausstellung „Die Geschichte des Ordens“ im Chorraum zu sehen.

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