Wahrheit auf Raten

Im unteren Ennstal ist zur Zeit nur die Natur idyllisch. Hinter den Kulissen wird eifrig gestritten.
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  • Foto: Schweiger
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Die Turbulenzen rund um die ehemalige Geschäftsführung der Regionalentwicklung Gesäuse und den Naturpark Eisenwurzen nehmen kein Ende.

Es ist erst wenige Wochen her, seit wir von den Turbulenzen rund um die Regionalentwicklung Gesäuse, den Naturpark Eisenwurzen und den damit verbundenen Ausstieg Reinhard Mitterbäcks als Geschäftsführer berichtet haben. Das Regionalmanagement Liezen hat die Regionalentwicklung Gesäuse, der Tourismusverbandsobmann des Gesäuses, Thomas E. Drechsler, hat den Naturpark Eisenwurzen unter die Fittiche genommen. Prüfungen wurden verordnet, das Ergebnis steht derzeit noch aus.

Nun sind Gerüchte über Geschäftspraktiken der früheren Geschäftsführung aufgetaucht, die so unglaublich klingen, dass wir uns beim Obmann des Naturparks, Bürgermeister Andreas Danner, und beim derzeitigen Geschäftsführer Thomas E. Drechsler über den Wahrheitsgehalt erkundigt haben.

WOCHE: Im Jahr 2009 wurde von Vertretern des Naturparks Eisenwurzen eine China Reise unternommen (Treffen der „World Famous Mountains Conference“). Wurde den Gattinnen der Herren Mitterbäck jun. und sen. diese Reise vom Verein bezahlt?

Andreas Danner: „Ja, diese Reise, für die Fördergelder geflossen sind, wurde den beiden Damen bezahlt“.

WOCHE: Ist es richtig, dass zu dieser Reise ein höherer Landesbediensteter eingeladen war?

Danner: „Ja, er war auf der Buchungsliste, hat jedoch wieder storniert“.

WOCHE: Ist es richtig, dass der Naturpark eine Lebensversicherung für Reinhard Mitterbäck abgeschlossen hat?

Danner: „Das, was unter dem Titel „Mitarbeitervorsorge“ aufscheint, ist eine Er- und Ablebensversicherung, die von Herrn Mitterbäck gezeichnet wurde. Das ist jetzt der Streitpunkt – war er zeichnungsberechtigt oder war er es nicht? Denn laut Statuten müsste der Obmann den Verein nach außen hin vertreten. Weiters sei auch der Vorstand nie über diese Versicherung informiert gewesen. Zudem sei problematisch, dass der Begünstigte bei Erleben der Verein, bei Ableben jedoch der Ehepartner der versicherten Person, also die Gattin Mitterbäcks, sei. Wir werden auch die Versicherungsanstalt damit konfrontieren, dass ein Abschluss mit dem Geschäftsführer zustande kam, obwohl dieser dafür keine Zeichnungsberechtigung hatte. Die Funktionäre werden das so nicht hinnehmen“.

WOCHE: Ist es richtig, dass die FA 16 des Landes eine externe Prüfung angeordnet hat?

Danner: „Ja, das ist korrekt. Die Prüfung soll in zwei Wochen abgeschlossen sein, dann liegen alle Fakten am Tisch“.

Thomas E. Drechsler bestätigte in einem Telefonat die Aussagen von Andreas Danner: „Bei einer vorangegangenen Bürgermeisterkonferenz war auch jemand von der FA 16 anwesend, ist hellhörig geworden und hat die externe Prüfung angeordnet“, so Drechsler. Und weiter: „Es ist für die weitere Arbeit sehr wichtig, dass alles geprüft und aufgeklärt wird,“ betont Drechsler.

Andreas Danner, der am Montag zum neuen Bürgermeister von Palfau angelobt wurde, ist es wichtig zu betonen, dass erst nach dem Abschluss der Prüfungen über – auch noch viele ausstehende Fragen - Genaueres verlautbart werden kann. „Man darf auch nicht vergessen, dass unter Reinhard Mitterbäck viele innovative Projekte gelaufen sind“, so Danner abschließend.

Reinhard Mitterbäck meint dazu: „Die Lebensversicherung habe ich mir vom damaligen Obmann Windhager im Rahmen einer Vorstandssitzung absegnen lassen. Dass meine Frau Begünstigte ist, habe ich bis zu dem Zeitpunkt nicht gewusst, als ich vom derzeitigen Obmann angesprochen wurde. Dieser Passus kann aber jederzeit geändert werden,“ erklärt Mitterbäck. Zur China-Reise erläutert er: „Wir sind auf Einladung unseres chinesischen Partnerparks nach China gereist. Und der Verein hat die Kosten für meinen Vater und mich übernommen. Die Reisekosten von 5.000 Euro, die für meine Gattin und Mutter vom Verein ausgelegt wurden, sind im März 2010 zurückbezahlt worden“, so Mitterbäck, für den die Geschichte „schon gegessen“ ist. Und der nochmals beteuert: „Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen“.

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