"Wann hört das endlich auf ?"

Elisabeth Hakel mit dem Plakat zu ihrer Aktion.
  • Elisabeth Hakel mit dem Plakat zu ihrer Aktion.
  • Foto: Schweiger
  • hochgeladen von Redaktion Liezen

Elisabeth Hakel will mit einem Projekt Jugendliche zum Nachdenken über Rassismus und Vorurteile bringen.

Der Gedanke an den Wahlkampf im Jahre 2008 bringt die Nationalratsabgeordnete Elisabeth Hakel noch immer in Rage. Damals riefen Jugendliche in Schladming Naziparolen wie „Ausländer raus“ oder „Ich stich dich ab, du Jugo“ und vieles mehr.

Diese Aktion ließ die junge Politikerin ein ganz spezielles Projekt starten. „SchülerInnen gegen Rassismus”, so der Titel, begann so richtig im Vorjahr. Während im letzten Jahr Videobeiträge von den SchülerInnen gefragt waren, werden heuer Textbeiträge gesucht.

„Zu mir ins Parlament kommen zahlreiche Schulklassen aus dem Bezirk Liezen. Ich führe sie durch die Räumlichkeiten und zeige den Jugendlichen, wie im Parlament gearbeitet wird. Eines Tages sprach ein Junge zu mir die Worte: „Und wann hört das endlich auf?“. Ich dachte zuerst, er meinte die Führung, in einem Gespräch erklärte er mir aber, dass er die Vorurteile und Lästersprüche gegen seine Mutter auf der Straße meinte. Sie trägt ein Kopftuch und wird immer wieder deswegen angepöbelt“, erzählt Elisabeth Hakel, die seit 2008 Abgeordnete zum Nationalrat ist. Sie will nun die Jugend sensibilisieren und zum Nachdenken über Rassismus und Vorurteile in ihrem Umfeld bringen.

Schülerinnen und Schüler aus Volksschule, Hauptschule, Unter- und Oberstufe sind eingeladen, ihre Gedanken, Erfahrungen und Ideen in Form einer Kurzgeschichte/Kurztext einzureichen. Alle 95 Schulen des Bezirkes wurden darüber informiert und sind aufgerufen bei dieser beispielhaften Aktion mitzuwirken. Eine Schule hat sich bereits angemeldet. Als besonderer Anreiz für die Schulen am Projekt teilzunehmen, wurde in enger Kooperation mit ZARA, dem Verein für Zivilcourage und Anitrassimus, ein Konzept erstellt, das den Zugang zum Thema erleichtern soll. Die Lehrunterlagen sind auf der Homepage www.schuelerinnengegenrassismus.com abrufbar.

Die darauf zu findenden Übungen laden zur Interaktion ein – zum Reflektieren und Diskutieren. Für das Projekt werden zwei bis drei Unterrichtseinheiten benötigt. Das eigentliche Texteverfassen kann in der Freizeit geschehen oder in Kombination (z. B. Heranführen an eine Textform) geschehen. Gefragt sind kurze Texte, die sich mit der Thematik Rassismus in jeglicher Form beschäftigen. Neben detaillierten Übungsbeschreibungen finden sich auf der Homepage weiterführende Unterrichtsunterlagen und Filmtipps.

Die eingereichten Beiträge werden von einer prominent besetzten Jury, unter anderen der Autor Thomas Glavinic, in drei Kategorien bewertet. „Es gibt auch tolle Preise zu gewinnen, die Preisverleihung wird im Herbst in Liezen bei einer Veranstaltung sein“, so Hakel. Anmeldeschluss ist der 1. Juni 2011.

"Vorurteile sind gefasste Einstellungen, die oftmals weder der Realität entsprechen noch auf persönliche Erfahrungen rückführbar sind. Beispiele dafür gibt es genug. Man braucht nur an die weit verbreitet Annahme denken, dass AusländerInnen ÖsterreicherInnen die Arbeitsplätze wegnehmen würden. Mit dem Inländerbevorzugungsgesetz hätte sich dieses Vorurteil schon seit den 80er Jahren selbst entkräften müssen. Die Erfahrung zeigt aber, dass die faktische Widerlegung nicht ausreicht um Vorurteilen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Man muss auch darüber reden“, sagt Elisabeth Hakel.

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen