10.10.2017, 20:00 Uhr

Arbeitseinsatz 180 Meter über dem Boden

David Mosser und Oliver Markus (v. l.) haben ein einzigartiges System entwickelt, das eine lückenlose Funkverbindung garantiert. (Foto: KK)

Oliver Markus und David Mosser verbrachten zwei Wochen in Vietnam, um ein Großprojekt zu realisieren.

Die Seilbahn-Firma Doppelmayr setzt in Vietnam auf Know-How aus dem Ennstal. Im Süden des Landes soll im Frühjahr 2018 die längste Gondelbahn der Welt eröffnet werden. Die 8,3 Kilometer lange Strecke verbindet die beiden Inseln Phu Quoc und Hon Thom miteinander und soll zu einem beliebten Tourismusresort aufgebaut werden. "Momentan steht dort noch nichts, es ist ein Fischerdorf. Unsere Aufgabe war es, eine lückenlose Funkverbindung zwischen allen Stützen und den Antriebsstationen herzustellen", sagt Oliver Markus, der mit David Mosser aus Schladming für dieses Projekt engagiert wurde.

Keine Zeit zum Nachdenken

Der Bau stand zwei Monate still, weil kein zuverlässiges Funksystem gefunden wurde. Daraufhin hat die Firma Doppelmayr bei Funkspezialisten in Österreich und Deutschland angefragt, doch niemand konnte sich dieser Herausforderung annehmen. "Die Anfrage ist auch bei uns gelandet. Nach Angebotslegung kam dann das Okay. Wir wussten zuerst gar nicht, was auf uns zukommt. Innerhalb von drei Tagen sind wir auch schon losgezogen. Bei der 32-stündigen Anreise hatten wir Zeit uns Gedanken zu machen. Wir wurden quasi ins kalte Wasser geworfen", berichtet Mosser.

180 Meter über dem Boden

Die beiden Unternehmer entwickelten ein einzigartiges System. Sie haben den Funk übers Internet gekoppelt und so am Land und über Wasser die gleiche Signalstärke erhalten, damit konnten sie alles miteinander verbinden. "Wir hatten keine Zeit, irgendetwas mitzunehmen. Wir haben vor Ort Material aus Deutschland importiert, doch da gab es Probleme mit dem Zoll. Eine weitere Herausforderung war es, auf die teilweise 180 Meter hohen Stützen zu steigen", erzählen beide und geben zu, dass auch Überwindung notwendig war.

Überall einsetzbar

Im Vorhinein hatten andere Firmen versucht, die Funk- und Netzwerktechnik lückenlos zu installieren. Doch das hat nicht funktioniert. Oliver Markus und David Mosser mussten das bestehende System rausnehmen und durch ihres ersetzen. "Unser System könnte man überall im Alpenraum umsetzen. Viele Seilbahnen haben das Problem, dass sie keine 100-prozentige Funkabdeckung haben – wir können das bewerkstelligen, um besonders in Notsituationen die Kommunikation der Einsatzkräfte zu gewährleisten. Unsere Technik kann überall verwendet werden", kennt Oliver Markus die Vorzüge ihres Systems.
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