05.06.2017, 08:00 Uhr

Bergrettung: Helfer in der alpinen Not

Mit richtigem Verhalten am Berg und entsprechender Vorbereitung können viele Einsätze der Bergrettung verhindert werden. (Foto: Bergrettung Ramsau)

Zum Beginn des Wandersommers sprach die WOCHE mit Heribert Eisl, dem Obmann der Ramsauer Bergrettung.

Die frühsommerlichen Temperaturen der vergangenen Wochen lockten wieder zahlreiche Wanderer in die Berge des Bezirkes. Dadurch steigt jedoch auch das Unfallrisiko. Gerät man in Bergnot, werden oft die Mitglieder der Bergrettung zu Hilfe gerufen. Heribert Eisl, Obmann und Ortsstellenleiter der Ramsauer Bergrettung, blickt bereits einer turbulenten Sommersaison entgegen.

"Kann jedem passieren"

54 ehrenamtliche Mitglieder sind derzeit Teil der Ramsauer Bergrettung. 35 von ihnen rücken regelmäßig zu Einsätzen in die umliegenden Berge aus. Häufig werden sie dort mit Einsätzen auf Wanderwegen konfrontiert. "Wanderer verletzen sich und können nicht mehr weiter", sagt Eisl. Die Verletzungen würden dabei von Überdehnungen bis hin zu Brüchen reichen. "Das kann jedem passieren. Solche Verletzungen können auch präventiv schwer vermieden werden", so Eisl.
Daneben stehen in der Ramsau immer wieder auch Kletterunfälle und Unfälle im hochalpinen Gelände auf der Tagesordnung. Letztere passieren meist in schwer zugänglichen Gebieten des Dachsteinmassivs, sodass oftmals die Unterstützung eines Rettungshubschraubers notwendig ist. "Bis wir zu einer verletzten Person gelangen und sie versorgt haben, können schon einmal vier oder fünf Stunden vergehen. Ist ein Hubschrauber dabei, dann dauert das eine halbe Stunde", sagt Eisl.

Richtiges Verhalten am Berg

Zwar kann man gewisse Unfälle nicht verhindern, andere Einsatzbereiche der Bergrettung lassen sich jedoch sehr wohl vermeiden. "Es kommt immer wieder vor, dass Kletterer vor Erschöpfung nicht mehr vor oder zurück kommen, weil sie sich zu viel zugemutet haben." Um solche Einsätze zu verhindern, sei die richtige Tourenplanung sehr wichtig. "Man muss sich über die Schwierigkeit einer Tour gut informieren, sie richtig einschätzen und immer auch an den Abstieg denken", sagt Eisl. Das Wetter und das schnelle Eintreten der Nacht, selbst im Hochsommer, müssen ebenfalls bedacht werden. Daneben sollte auch der Rucksack richtig gepackt sein: "Wetterschutz, ausreichend zu trinken und eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung dürfen im Rucksack nicht fehlen."

Zwar würden jetzt schon 99,9 Prozent der Wanderer gut informiert und vorbereitet in die Berge starten, "bei 1.000 Wanderern bleibt dann trotzdem einer übrig, bei dem das nicht der Fall ist", so Heribert Eisl. Sein Appell daher an die Wanderer des Bezirkes: "nicht zu viel vornehmen, die eigene Leistungsfähigkeit richtig einschätzen und, wenn es sein muss, auch die Schneid' besitzen, umzukehren."
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