16.11.2017, 19:00 Uhr

Besseres Leben dank neuer Knie-Prothese

Ernst Baumgartner kann trotz Prothese Sport betreiben. (Foto: Baumgartner)

Der orthopädische Chirurg Thomas Wallner aus Bad Aussee setzt Patienten eine neuartige Knie-Prothese ein.

Bereits jetzt erhalten jährlich rund 15.000 Österreicher ein neues Kniegelenk, Tendenz steigend. Noch viel mehr bräuchten eines, zögern aber bisweilen, da sie befürchten ihren täglichen Aktivitäten oder sportlichen Interessen nicht mehr nachkommen zu können. „Bisher operierte man eher ältere Patienten mit dem Ziel der Schmerzfreiheit im Alltag. Heutzutage steht der Wunsch wieder voll beweglich und umfassend sportlich aktiv zu sein im Vordergrund“, bestätigt der orthopädische Chirurg Thomas Wallner aus Bad Aussee.
Dank einer gelungenen Weiterentwicklung bei Knie-Implantaten kann man heute vielen Betroffenen diesen Wunsch erfüllen. Das Kniegelenk muss eine große Bewegungsvielfalt ausführen: drehen, beugen und strecken. Es ist bei der Prothesen-Konstruktion zu beachten, dass die innere Seite wie ein Kugelgelenk beim Beugen und Strecken stabil bleibt, während die äußere Seite des Knies zudem eine Gleitbewegung nach vorne und hinten ausführt. Genau auf dieser Basis wurde das Endoprothesen-System „Evolution“ entwickelt. „Dieses Implantat gilt als erste Gelenksprothese, die die natürlichen Bewegungsabläufe exakt nachbildet. Das Evolution-Kniesystem kommt daher dem körpereigenen Gelenk derzeit am nächsten, da es quasi mitdenkt“, berichtet Wallner.

Was bringt es dem Patienten?

Laut Studien sind rund 20 Prozent aller Patienten, die mit einem herkömmlichen Kunstgelenk versorgt wurden, unzufrieden mit dem Operationsergebnis. Vor allem Schmerzen und funktionelle Beeinträchtigungen werden als Gründe genannt. „Diese Kugelgelenk-Technologie lässt den Patienten irgendwann vergessen, dass er nicht mit seinem eigenen Kniegelenk unterwegs ist, denn es ermöglicht ausgezeichnete Beweglichkeit und sehr gute Stabilität, so Wallner.

Ein Wort zum Sport

Bewegung und Sport sind nach dem Einsetzen eines Knie-Implantats nicht nur tolerierbar, sondern sogar empfehlenswert. Sportarten, die man früher gut beherrscht hat, können nach Rücksprache mit dem Arzt nach einer gewissen Zeit wieder aufgenommen werden. Besonders geeignete Sportarten sind Wandern, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen und kontrolliertes Skifahren. Ernst Baumgartner, ein begeisterter Kletterer konnte bereits nach acht Wochen wieder wandern: „Ich vergesse mittlerweile sogar, dass ich mit einem künstlichen Knie unterwegs bin.“
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