10.02.2017, 08:41 Uhr

Dem DKH Schladming wird weiterhin vertraut

Stellvertretender Ärztlicher Leiter Rainer Wawrik, Ärztlicher Leiter Georg Fritsch und Pressereferent Hannes Stickler. (v. l.) (Foto: Klinik Diakonissen Schladming)

Verantwortliche des DKH Schladming sprechen über Geburtenrückgang und angebliche Vorfälle.

Mit einer unerfreulichen Entwicklung im Bereich der Geburtshilfe sieht man sich in der Klinik Diakonissen Schladming konfrontiert. So sind im vergangenen Jahr nur 200 Kinder in der entsprechenden Einrichtung des Krankenhauses entbunden worden. Damit setzt sich der Trend aus dem Jahr 2015 weiter fort, der bereits zu einem Geburtenrückgang von rund zehn Prozent gegenüber dem Jahr 2013 führte.

Keine Wassergeburten

Hauptverantwortlich für diese negative Entwicklung ist eine steiermarkweite Neuregelung im Bereich der Wassergeburten, die Ende 2015 in die Wege geleitet wurde. Dies führte dazu, dass diese beliebte Form der Spontangeburt mehrere Monate nicht durchgeführt werden konnte. Viele Mütter sind deshalb ins benachbarte Schwarzach ausgewichen.
„Die Wassergeburt ist bei uns im Haus eine sehr beliebte und gern wahrgenommene Methode. Rund 20 bis 25 Prozent aller Mütter entscheiden sich für diese Möglichkeit. Dies ist im Vergleich ein wirklich beachtlich hoher Wert, österreichweit sind es nur rund fünf Prozent aller Geburten“, erklärt Georg Fritsch, Ärztlicher Leiter in der Klinik Diakonissen Schladming.
Seit vergangenem Sommer sind im Schladminger Krankenhaus wieder Wassergeburten möglich. Aus diesem Grund wird bereits heuer mit einer deutlichen Steigerung gerechnet.

Bevölkerung hat Vertrauen

Dass auch die laufenden Diskussionen um etwaige Fehlleistungen in der Einrichtung für Geburtshilfe zu einem Vertrauensentzug durch die Patientinnen geführt haben könnten, glauben die Verantwortlichen nicht. „Das mag vielleicht in dem einen oder anderen Fall eine Rolle gespielt haben, von einem generellen Vertrauensentzug kann aber keine Rede sein – ganz im Gegenteil“, so Rainer Wawrik, Leiter der Abteilung für Anästhesie.
Laut des stellvertretenden Ärztlichen Leiters hat die Bevölkerung nach wie vor großes Vertrauen. „Wir merken dies in den täglichen Patientenkontakten. Und dieses Vertrauen besteht auch völlig zu Recht, wie österreichweit vergleichende Qualitätsstudien jedes Jahr belegen“, sagt Wawrik.

"Bedauern Vorfälle"

Nach dem im Vorjahr publik gewordenen Fall um einen verstorbenen Säugling wurden Geburten bis zum Jahre 2010 umfangreich analysiert. Dabei traten insgesamt acht untersuchungswürdige Vorfälle zu Tage. In vier dieser Fälle wurden die Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft bereits eingestellt. In der Klinik wurden seit 2010 1.585 Kinder zur Welt gebracht.
„Wir bedauern jeden einzelnen Fall. Insbesondere dann, wenn dies eventuell durch individuelle Fehleinschätzungen von involvierten Mitarbeiterinnen verursacht wurde.
Wir müssen aber aus diesen Fehlern lernen und dementsprechende Verbesserungsschritte einleiten. Sollte es zu strafrechtlichen Verurteilungen kommen, können Sie davon ausgehen, dass wir dienstrechtliche Konsequenzen prüfen", erklärt Wawrik.
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