07.06.2017, 08:00 Uhr

Die Anzahl der Autos steigt ständig an

Im Bezirk Liezen nimmt die Zahl der Autos ständig zu. Vor allem aufgrund der häufig fehlenden öffentlichen Verkehrsmittel. (Foto: MEV)

In den steirischen Bezirken nimmt die Zahl der Autos viel stärker zu als die
Einwohnerzahl.

In den steirischen Bezirken ist seit dem Jahr 2010 die Zahl der Autos viel stärker gestiegen als die Einwohnerzahl, macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufmerksam. Einzig Graz weist heute einen niedrigeren PKW-Motorisierungsgrad auf. In der Südoststeiermark ist mit 690 PKW pro 1.000 Einwohner die Autoabhängigkeit am größten. Nur noch in Graz sowie in den Bezirken Leoben, Bruck-Mürzzuschlag, Murtal und Liezen gibt es weniger als 600 PKW pro 1.000 Einwohner.

Geteilte Meinung
Im Bezirk Liezen zeigt die Statistik also, dass die Anzahl der Autos gegenüber der Einwohnerzahl in den letzten Jahren zwar gestiegen ist, aber nicht übermäßig, wie in anderen steirischen Regionen. Dementsprechend fällt auch das Fazit bei den heimischen Autohäusern aus. Während einige von einem generellen Wachstum sprechen, geben andere an, keinen Unterschied zu vergangenen Jahren zu spüren. "Man kann sicher nicht von einem Übermaß sprechen, in letzter Zeit hat sich nicht viel verändert", sagt Josef Stangel vom Autohaus Vogl+Co in Liezen.
VCÖ-Experte Markus Gansterer betont, dass durch die Stärkung der Ortskerne und einen Stopp der Zersiedelung die Abhängigkeit vom Auto verringert werden kann. Zudem ist das Mobilitätsangebot für die Bevölkerung durch Gemeinde-Carsharing, Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Radinfrastruktur zu verbessern.

Kaum E-Autos
Neben einem dichten öffentlichen Verkehrsnetz, das im Bezirk Liezen nur sporadisch vorhanden ist, sind häufige Verbindungen heutzutage auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten wichtig. Denn die Arbeitszeiten werden flexibler, die Teilzeitarbeitsplätze nehmen stark zu. Die immer weiter verbreiteten E-Fahrräder in Kombination mit dem Ausbau der Radinfrastruktur erhöhen ebenfalls die Freiheit in der Verkehrsmittelwahl.
Anders als bei E-Bikes werden Elektro-Autos nur sehr selten angeschafft. "Das wird sicher noch Zeit brauchen, aktuell liegt der Anteil bei nicht einmal einem Prozent", erklärt Gerald Knauss vom Autohaus Knauss in Liezen.

Auto entlasten
Der Verkehrsclub Österreich berichtet, dass auch außerhalb von Graz die teure Auto-Abhängigkeit verringert werden kann. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Siedlungsentwicklung und die Wohnbaupolitik. Acht von zehn Alltagswegen beginnen oder enden zu Hause. "Wenn Ortskerne gestärkt werden und Betriebe so angesiedelt werden, dass die Beschäftigten sie auch gut mit Bus, Bahn oder Fahrrad erreichen können, dann sind die Menschen auch weniger aufs Auto angewiesen und können ihre Ausgaben für Mobilität verringern", betont Gansterer.
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