17.08.2016, 07:00 Uhr

Die pure Weiblichkeit

Künstler- und Freundinnen: Die Masterminds hinter "Die eine sie ist".

Ein Kunstprojekt im Woferlstall: Die WOCHE traf die Künstlerinnen hinter "Die eine sie ist" zum Interview.

Seid ihr erst bei eurem gemeinsamen Projekt zusammengekommen oder kennt ihr euch schon länger?
Johanna Steiner: Wenn man aus dem Salzkammergut stammt, kennt man sich sowieso. Findet man sich interessant, redet man miteinander.
Sonja Reiter-Gaisberger: Wir kennen uns quasi schon ewig. Die erste gemeinsame Ausstellung war beim "Sprudel, Sprudel und Musik" in Grundlsee.

Wie betont ihr "Die eine sie ist", den Titel eurer Ausstellung ?
Johanna Steiner: So wie Meister Yoda aus den Star Wars-Filmen. (lacht) Nein, jeder soll für sich selbst interpretieren.
Sonja Reiter-Gaisberger: Es ist gewollt, dass sich die Leute über den Titel Gedanken machen und neugierig werden.

Was ist das Thema der Ausstellung?
Sonja Reiter-Gaisberger: Wir wollen das "Frau sein" in allen Facetten aufzeigen.

Wie ist dieses feministisch angehauchte Projekt entstanden?
Sonja Reiter-Gaisberger: Der Verein E.i.k.e. kam mit der Frage auf mich zu, ob es Künstler in der Gegend gibt, die sich präsentieren, die ausstellen wollen. Nach einem Treffen der Künstler aus der Gegend fanden Johanna, Jacqueline und ich zusammen. Das Thema "Frau" kam bei einem Brainstorming auf - ich finde unser Projekt aber nicht feministisch - ich nenne es "weiblich".

Würdet Ihr euch als Feministinnen bezeichnen?
Johanna Steiner: Ich bin nicht radikal feministisch - aber eine Frau, die weiß, was sie kann.
Sonja Reiter-Gaisberger: Ja, so wie es Johanna ausdrückt, bin ich auch eine Feministin.
Jacqueline Korber: Wir sind sehr feminin, aber keine feministischen Aktivistinnen. Für mich hat auch Gendern keine große Relevanz. Wenn ich schreibe, versuche ich geschlechtsneutral zu bleiben.

Wie lange dauerte die Schaffensphase zu "Die eine sie ist"?
Jacqueline Korber: Energetisch sind und waren wir immer am Projekt dran - zum "Erschaffen" haben wir zwei Mal vier Tage durchgearbeitet.

Sonja ist Kunsttherapeutin - War das Erschaffen des Projektes auch eine Art Therapie für euch?
Sonja Reiter-Gaisberger: In der Kunsttherapie geht es um das nonverbale Ausdrücken von Gefühlen - ein Werk entsteht dabei ohne Zwang und von Grund auf. Kunst ist immer heilsam und Therapie, in jeglicher Art und Weise. Das innerste herzuzeigen ist dabei der wichtigste Schritt.
Jacqueline Korber: Man setzt sich ständig mit sich selbst auseinander. Ja, jedes Kunstwerk ist ein Art Therapie und etwas sehr Intimes, das man preisgibt.
Johanna Steiner: Ich kämpfe beim Erschaffen oft mit mir selbst und komme nicht zur Ruhe, wenn das Werk nicht passt, möchte ich am liebsten alles kurz und klein schlagen, es zerstören. Für mich ist die Therapie zu lernen, etwas fertig zu machen, den Schaffensdrang zu befriedigen.

Wenn man etwas Intimes teilt, ist es nicht schwierig, mit etwaiger Kritik umzugehen?
Johanna Steiner: Ehrliche Kritik ist etwas Schönes - besser als ein: "Jo, is eh scheen."
Sonja Reiter-Gaisberger: Wenn ein Feedback wertschätzend ist, ist dies etwas sehr Wichtiges - vernichtende Kritik sollte erst gar nicht passieren.
Jacqueline Korber: Mich stört Kritik überhaupt nicht. Es kommt auch darauf an, wer die Kritik ausspricht.
Wenn jemand zu mir kommt und sagt: "So ein Blödsinn, das kann ich auch", ist das keine Kritik. Man wächst an Kritik.

Seid ihr mit diesem Projekt zu einer Einheit verschmolzen - Freundinnen geworden?
Jacqueline Korber: Ich bin zu einem riesigen Fan von Johanna und Sonja geworden. Ich würde am liebsten nur noch mit ihnen arbeiten.
Sonja Reiter-Gaisberger: Ich verehre die beiden Künstlerinnen zutiefst - ich fühle mich selbst, seit der Zusammenarbeit, mehr als Künstlerin denn je.

Neue Künstler gesucht


Für das Projekt 2017 werden ab sofort Künstler aus der Region gesucht. Bei Interesse, einfach eine Email an j.korber@gmx.at schicken.

Hier geht´s zu den Werken der drei Künstlerinnen.

Hier findet Ihr die Informationen zur Veranstaltung.
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