02.09.2016, 15:38 Uhr

Ehrenamtlich für die Menschenwürde

Das Team: Liselotte Wagner, Hilde Erlbacher, Hilde Wallner, Gudrun Schweiger, Sandra Hartweger und Andrea Zuljan.

Ein Jahrzehnt lang begleitet die "Hospiz Region Schladming" Sterbende und ihre Hinterbliebenen.

Auf den Fahnen des Teams rund um Gudrun Schweiger steht das Wort "Würde" geschrieben. Seit zehn Jahren stehen die Mitglieder der "Hospiz Region Schladming" Kranken, Sterbenden und ihren Familien zur Seite.

Ehrenamtlich

Wieviel ist Trost wert? Hat das Sterben in Würde einen Preis?
Die Mitglieder der Hospiz bekommen keine Entlohnung für die in ihrer Freizeit geleistete Arbeit im Dienste der Menschlichkeit. Die Hospiz finanziert sich zum Großteil aus Spenden. Die Dienstleistungen der ehrenamtlichen Wegbegleiter mit Geld aufzuwiegen ist beinahe unmöglich.
Vergangenes Jahr begleitete die "Hospiz Region Schladming" 46 Patienten und Angehörige insgesamt 1742 Stunden lang. Beinahe gleichwertig ist die Zahl der Stunden für Fortbildungen und Organisation. Erwähnenswert sind auch die rund 140.000 gefahrenen Kilometer, für die weder eine Pendlerpauschale noch Benzin- oder Kilometergeld abgegolten wird.

Leistungen

In erster Linie begleitet die Hospiz schwer kranke Menschen, im Sterben Liegende und deren Angehörige in deren schwierigen Zeiten - pflegerische Dienste leisten die Mitglieder der Hospiz jedoch keine. Viel mehr hilft die Hospiz auf geistiger Ebene.
Begleitet werden auch an Demenz Erkrankte: Die Erkrankung schreitet unterschiedlich schnell fort, bis die betroffene Person schließlich nicht mehr in der Lage ist, den normalen Alltag zu bewältigen. Die Hospiz bietet unter anderem Bewegungs-, Gedächtnis-, Wahrnehmungs-, Kreativ- und Alltags-Ressourcen-Training an.

Still geboren

Wenn Eltern diese Nachricht erhalten, bricht eine Welt zusammen. In dieser Ausnahmesituation bietet der Hospizverein seine Unterstützung an. Viele Verluste von still- und fehlgeborenen Kindern liegen oft schon lange zurück und konnten von Mutter und Vater nie richtig betrauert werden.
Der Hospizverein hat am Kommunalfriedhof in Schladming eine Gedenkstätte errichtet. Hier besteht die Möglichkeit, den Namen des Kindes auf einen Stein zu schreiben, eine Kerze anzuzünden und liebevoll Abschied zu nehmen.

Unterstützung

Die Helfer stehen Trauer und Ableben jedoch nicht allein gegenüber. "Wir arbeiten eng mit dem mobilen Palliativteam zusammen und beraten die pflegenden Angehörigen", erklärt Koordinatorin Gudrun Schweiger. "Im Palliativteam sind Krankenschwestern, Seelsorger, Ärzte, Sozialarbeiter und Psychologen - das Team wird vom Land finanziert. Deren Dienste sind also kostenlos." Frau Schweiger vernetzt die Hospiz mit besagtem Team. Jeder, der sich für die Hospiz entscheidet, bekommt eine Ausbildung - diese ist zwar nicht kostenfrei, aber notwendig. Auch um die eigene Psyche muss sich ein Hospiz-Mitarbeiter nicht sorgen: Schulungen und regelmäßige Supervisionen stärken das Team.

Männermangel

Um noch spezifischer agieren zu können, sucht die "Hospiz Region Schladming" immer neue Mitglieder. Vor allem die Herren sind sehr gefragt: Derzeit arbeiten nur zwei Männer im Team des Hospizvereines.
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