09.11.2016, 08:30 Uhr

Ennstaler Bräuche zum Martinitag

Rund um den 11. November wird an vielen Gasthäusern im Bezirk das Martiniganserl-Essen angeboten. (Foto: Katzensteiner)

Traditionelle Bräuche am Martinitag werden immer weniger, dafür hält das Laternenfest Einzug.

Mit dem Martinitag am 11. November hängen zahlreiche Bräuche zusammen, steht er doch am Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres und kurz vor dem Advent. Einer dieser Bräuche ist das Martiniganserl-Essen, das lange Zeit als das letzte Festessen vor dem Advent galt.
Die Gans ist auch eines der Attribute des Heiligen Martin, denn der Legende nach soll sie den Heiligen durch ihr Geschnatter verraten haben, als er sich vor der Wahl zum Bischof im Gänsestall verstecken wollte. Bekannter ist allerdings die Darstellung des Heiligen als römischer Soldat auf dem Pferd mit dem Schwert seinen Mantel teilend, um einen Bettler zu bekleiden.

Eine Schnapsidee?
In vielen Bauernfamilien im Ennstal wird der Martinitag als Stichtag genannt, ab dem die Tiere nicht mehr ausgetrieben werden. Das heißt, dass "eingestallt" wird.
In den Sölktälern wird am Abend des Martinitages eine üppige Kost serviert. Zuerst steht eine Schnapssuppe, das ist eine Einbrennsuppe, die mit Schnaps abgeschmeckt und mit Schwarzbrotwürfeln verfeinert wird, am Speiseplan. Danach wird ein Schweinsbratl mit Beilagen zubereitet. Im Anschluss gibt es Schnapsnudeln, das ist ein Germteig zu kleinen Raunkerln geformt und dann in Schnaps mit Wasser und Gewürzen aufgekocht, angezündet und brennend serviert.

Laternenfest
Ein jüngerer Brauch ist in den meisten Orten das Laternenfest. Die Kindergärtnerinnen lernen mit ihren Gruppen Martinslieder und Gedichte und basteln bunte Laternen. Mit denen ziehen sie bei Einbruch der Dunkelheit am 11. November durch den Ort und bringen den mitwandernden Eltern Lieder zu Gehör. In Admont bringen die Kinder das Martinilicht dem Abt des Stiftes und bekommen eine köstliche Jause von der Gastronomie.
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