16.11.2016, 15:52 Uhr

"Heimat ist für mich ein Gefühl"

Die Romane von Peter Gruber handeln vorwiegend von seiner Ennstaler Heimat. (Foto: Hörbst)

Der Schriftsteller Peter Gruber spricht unter anderem über den "Gamshuber" und seine Heimat.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
PETER GRUBER: Lesen in der Kindheit dürfte den Beginn gemacht haben. Die Welt der Schriftsteller hat mich schon in meiner Jugendzeit interessiert. Erste Texte schrieb ich als Dreizehnjähriger. Schreiben hat mich nie mehr losgelassen. Zum Hauptberuf wurde es aber erst im Lauf der Zeit. Das Faszinierende, das mich von Anfang an in den Bann zog, ist bis heute geblieben.

Wie erklären Sie sich den Erfolg des „Gamshubers“?
Das Spiel in der Natur, an einem Ort, der eine besondere Atmosphäre ausstrahlt. Das Darsteller-Ensemble, die jungen Leute der Gemeinde Michaelerberg-Pruggern, mit denen ich das Spiel verwirklichen durfte. Die Motivation des Organisationsteams, das sich beispiellos gewaltigen Herausforderungen gestellt hat, um den „Gamshuber“ als Freilichtspektakel aufführen zu können. Erstaunlich, wie ein Wilderer fast 90 Jahre danach die Gemüter bewegt.

Wie würden Sie Ihren Schreibstil beurteilen?
Ich erzähle gerne Geschichten, die berühren, mit denen sich Leser identifizieren. Bevorzugt erzähle ich davon, worin ich gut bewandert bin. Das sind nun mal die Geschichten, die am, im und ums Dachsteingebirge spielen. Leser werden in meinen Texten stets auf die Präsenz der Natur treffen. In meinen Geschichten wird die Natur zum Hauptdarsteller. Ich versuche, Stimmungsbilder von den Wegrändern aufzulesen, sie in Worte zu fassen.

Was sind Ihre nächsten/aktuellen Projekte?
Der zweite Ennstaler Advent steht vor der Tür. Nach dem Erfolg im Vorjahr liegt die Latte hoch. Eine große Herausforderung, in Zeiten wie diesen für stimmungsvolle, zugleich zum Nachdenken anregende Akzente zu sorgen. Literarisch schweife ich in verschiedene Richtungen aus, manches ist in Anbahnung. Detailliert spreche ich darüber lieber erst, wenn ein Werk veröffentlichungsreif ist.

Was bedeutet Ihnen Heimat?
Heimat ist für mich vor allem ein Gefühl. Das ist nicht von einem geografischen Punkt abhängig. Ich finde Heimat überall dort, wo mir Menschen begegnen, die aufgeschlossen, rücksichtsvoll und wertschätzend miteinander umgehen.

Sie leben seit 2005 in Wien. Gibt es irgendetwas, das Ihnen in der Großstadt abgeht?
Nein. Ich lebe einen spannenden Kontrast. Im Sommer auf der Alm, inmitten der Bergnatur. Die übrige Zeit in der Stadt, die mir nicht urban genug sein könnte. Gegensätze ziehen mich an. Ich mag Wien, weil die Stadt mir Kultur in großer Vielfalt bietet. Das ist für mich wie geistige Nahrung.

Welche drei Dinge sind für Sie überlebenswichtig?
Ein großes kulturelles Spektrum. Ein Lebensumfeld, in dem Menschen bereit sind, verständnisvoll miteinander umzugehen. Begegnungen, die mir stets aufs Neue eröffnen, was für mich Heimat ist.


Wien oder Ennstal?

Sachertorte oder Steirerkrapfen?
Beides! Aber lieber nicht zu viel des Guten!
Jeans oder Lederhose?
Ich meine, Jeans stehen mir besser!
Prater oder Dachstein?
Zweifellos ist mir der Dachstein näher!
Melange oder Almkaffee?
Der Wiener Melange ist unübertrefflich!
Heuriger oder Skihütte?
Ich sympathisiere eher mit dem Heurigen!


Zur Person:
Der Schriftsteller Peter Gruber wurde 1955 geboren. Aufgewachsen ist er auf dem Bergbauernhof der Eltern am Kunagrünberg bei Pruggern. Er verbrachte dort die ersten
Jahrzehnte, bis er 1990 nach Aich zog. Seit 2005 lebt Gruber in Wien. Er absolvierte Ausbildungen zum Bürokaufmann und Marketing-Assistenten. Seit 1996 ist Peter Gruber selbstständig erwerbstätig.
Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller bietet er seine Dienste auch in Form einer „Textwerkstätte“ an und zwar mit dem Spezial-Angebot, als Co-Autor beim Schreiben von Biografien und Lebenserinnerungen behilflich zu sein. Jeden Sommer verlässt er die Wiener Großstadt, um auf der Wiesalm im Dachsteingebirge als Viehhirte aktiv zu sein. Dort schreibt er auch an seinen Romanen, die sich vorwiegend mit seiner Heimat beschäftigen.
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