07.12.2017, 08:09 Uhr

Wo es im Bezirk am öftesten kracht

123 Unfälle mit Personenschaden gab es im Bezirk Liezen alleine im ersten Halbjahr 2017. Eine interaktive Verkehrsunfallkarte könnte künftig dabei helfen, Unfälle zu vermeiden. (Foto: Fotolia/Stefan Körber)

Jeder Unfall ist einer zuviel. Eine eigene Verkehrsunfallkarte könnte bei der Vermeidung künftiger Unfälle helfen.

Manche führen es auf besondere Strahlungen im Erdreich zurück, andere denken an schwarze Katzen, die dort besonders oft den Weg kreuzen, wieder andere machen schlicht den Zufall oder die zunehmende Ablenkung im Straßenverkehr dafür verantwortlich, wenn es an bestimmten Stellen besonders oft zu Unfällen kommt.
Über 2.700 Unfälle mit Personenschaden wurden in der Steiermark im ersten Halbjahr 2017 verzeichnet. Viele davon ließen sich mit Sicherheit verhindern, würden sich die Verkehrsteilnehmer wieder vermehrt auf das Verkehrsgeschehen und weniger auf Handy, Navi und Co. konzentrieren. Laut einer Erhebung der Statistik Austria gehen knapp 40 Prozent aller Unfälle auf Unachtsamkeit und Ablenkung zurück. Bezirkspolizeikommandant Herbert Brandstätter möchte das so aber nicht bestätigen: „Natürlich ist die Anzahl von Unfällen, die auf Grund von Ablenkungen passieren, drastisch gestiegen. Ein exakter Prozentsatz ist allerdings nur schwer messbar, da niemand zugeben wird, dass er durch das Handy abgelenkt war.“

Maßnahmen setzen

Der Nutzen einer exakten Datenerhebung und der daraus resultierenden Verkehrsunfallkarte sei aber unumstritten, wie Brandstätter erklärt: "Nach jedem Unfall füllen wir ein Datenblatt über den genauen Unfallhergang aus. Anhand der gesammelten Daten kann man dann relativ leicht feststellen, wo es im Bezirk Unfallhäufungspunkte gibt. Durch eine Filterung kann man außerdem auch Faktoren wie Unfallursachen, Zeitpunkt, Wetter oder Lichtverhältnisse oder Geschwindigkeitsübertretungen oder Übermüdung genauer durchleuchten und dementsprechend Maßnahmen setzen – alles in enger Zusammenarbeit mit der BH Liezen und den nötigen Sachverständigen.“

Absolute Verbesserung

Als absolutes Vorzeigebeispiel gilt in diesem Zusammenhang die Umfahrung Stainach. „Dort ist es immer wieder zu schweren Unfällen gekommen, wir haben sogar fünf Tote verzeichnet. Dank entsprechender Maßnahmen - wie der Kennzeichnung der Kurve, einer Radarboxverlegung und einer Sichtverbesserung - ist es dort in den letzten Jahren sehr ruhig geworden."
Auch in Haus und bei der Kreuzung in Trautenfels konnte man mit Hilfe der Datenauswertung feststellen, dass eine der häufigsten Unfallursachen Übermüdung ist. Auch dagegen könne man mit vermehrten Kontrollen und dem Bereitstellen von Rastplätzen relative gute Gegenmaßnahmen setzen. Durch die Datenauswertung habe es absolute Verbesserungen gegeben, Brandstätter betont aber, dass eine einzelne Maßnahme nie genug sei, es bedarf einer Kombination aus verschiedenen Veränderungen und eines ständigen Prozesses, sollte sich die Situation an bestimmten Unfallhäufungspunkten nach den ersten Maßnahmen nicht ändern.

Interaktive Verkehrsunfallkarte

Seit knapp vier Jahren betreibt die Statistik Austria eine interaktive Verkehrsunfallkarte, die einen detaillierten Einblick in das Unfallgeschehen bis hinein in die einzelnen Gemeinden gibt. Hier lassen sich die genauen Gegebenheiten – von den Beteiligten bis hin zum Unfallzeitpunkt und den Wetterverhältnissen – erfragen.

Unfallstatistik im Bezirk

Ein Blick auf die Unfallstatistik des ersten Halbjahres 2017 zeigt, dass es im Bezirk Liezen insgesamt 123 Unfälle im Straßenverkehr mit Personenschaden gegeben hat. Dabei wurden 183 Menschen verletzt und drei getötet. 15 der Verletzten waren Kinder, bei Unfällen unter Alkoholeinfluss wurden 17 Menschen verletzt und einer getötet. 46 der Verletzten waren schwer verletzt, 137 leicht.
Laut der Erhebung passieren die meisten Unfälle auf Landesstraßen im Freiland. So gingen 106 der insgesamt 183 Verletzten und die drei Toten aus Unfällen auf Landstraßen im Freiland hervor.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.