22.01.2018, 13:25 Uhr

Zeitzeugengespräch an der BHAK/BHAS Liezen

(Foto: KK)
Judith Ribic, Zeitzeugin zweiter Generation, und Monika Prietl vom Verein Lila Winkel, machen es sich zur Aufgabe, junge Menschen über die Zeit des nationalsozialistischen Regimes in Österreich aufzuklären. So waren sie auch an der BHAK/BHAS Liezen zu Gast, um über die Gefangenschaft von Judith Ribics Vater Ernst Reiter im Konzentrationslager Flossenbürg zu berichten.
Mit ihrem authentischen und packenden Vortrag gelang es den beiden, die jugendlichen Zuhörer über zwei Schulstunden in ihren Bann zu ziehen. Ernst Reiter war als so genannter „Bibelforscher“ verfolgt und gefangen gehalten worden und hat die Zeit im Konzentrationslager nur durch einen Zufall überlebt.

Auf heutige Zeit bezogen

Judith Ribic erzählte auch über die Zeit nach dem Krieg, die für die Familie nicht einfach war und nicht nur Ernst Reiter, sondern auch seine Frau und seine Kinder prägte. Es dauerte Jahre, bis er in der Lage war, der Familie seine Erlebnisse mitzuteilen. Ernst Reiter wurde schließlich 91 Jahre alt, ist im Jahr 2006 verstorben und war bis dahin stets unterwegs, um den Menschen seine Geschichte näher zu bringen. Seine Tochter setzt das Werk ihres Vaters nun fort.
Am Schluss war den Vortragenden noch wichtig, eine Brücke zur heutigen Zeit zu schlagen und den Schülern zu vermitteln, was sie aus dieser schrecklichen Zeit lernen können. Denn auch über soziale Medien wie Facebook, Whats-App oder Snapchat können Feindseligkeiten leicht verbreitet werden, die dann zu Ausgrenzung und Mobbing führen. Umso wichtiger sei es, mutig und selbstbewusst zu sein und die sozialen Medien nicht zu missbrauchen.
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