23.11.2016, 08:00 Uhr

"Möchte mehr Zeit mit Enkeln verbringen"

Rudolf Hakel wird für keine weitere Amtszeit mehr kandidieren. Stattdessen will er mehr Zeit mit seinen Enkelkindern verbringen.

Liezens Bürgermeister Rudolf Hakel gewährt der WOCHE Ennstal Einblicke in sein Leben abseits der Politik.

Was ist Ihnen als Bürgermeister wichtig?
RUDOLF HAKEL: Mir geht es immer um die Stadt Liezen. Wenn jemand etwas Negatives über mich schreibt, dann hab ich damit kein Problem. Wenn es aber um die Stadt geht, dann werde ich zum Löwen und kämpfe auch darum. Es geht mir um die Weiterentwicklung in der Stadt und mir geht es vor allem auch um das Halten der Bevölkerungszahl in unserer Region. Wir versuchen Betriebe in den Ort zu bekommen, sind lästig in Graz, um Gelder vom Land in die Region zu bringen.

Warum haben Sie den Schritt in die Politik gewählt?
Politik hat mich schon immer interessiert, aber früher weniger die Parteipolitik. Ich habe immer gesagt, ich gehe erst dann in die Politik, wenn ich mein Leben soweit in Ordnung gebracht habe, dass ich unabhängig bin. Dann habe ich beschlossen einen Teil meines Lebens der Partei zu widmen. Ursprünglich habe ich geglaubt nach zehn Jahren wird es vorbei sein, mittlerweile sind es 30 Jahre im Gemeinderat.

Können Sie sich eine weitere Amtszeit vorstellen?
Es gibt irgendwann einen Punkt an dem man sagt, dass man das Amt in jüngere Hände gibt. Außerdem wollen die Leute selber wieder ein neues Gesicht sehen. Ich werde keine weitere Periode annehmen.
Ich will auch mehr Zeit für meine beiden Enkelkinder haben. Sie wohnen zwar in der Schweiz, aber es vergeht fast kein Tag, an dem sie mir nicht mitteilen, wie sie sich freuen, wenn ich mehr Zeit habe. Ich habe auch meine Planung so ausgerichtet, dass ich mit ihnen den Urlaub auf einem Bauernhof verbracht habe.

Was war Ihr wichtigstes Projekt?
Das wichtigste Projekt war für mich der Bau der Ennstalhalle. Dadurch wurden die Räumlichleiten für den Turnunterricht oder auch für Bälle geschaffen.

Und das ELI?
Das ELI gefällt mir sehr gut. Warum ich mich für das ELI stark gemacht habe, weil ich zu 100 Prozent überzeugt war, dass, wenn das ELI nicht kommt, die Kaufkraft, die bei uns in der Region erwirtschaftet wird, nach Leoben, Graz oder Salzburg abdriftet. Jetzt kommen wieder neue Käuferschichten, mit dem ELI hat man das Gefühl, man ist wirklich in einer Stadt.

Wie kann man den Hauptplatz und die Fußgängerzone wieder attraktiver machen?
Wir haben das Glück, dass die Entfernung zwischen Hauptplatz und ELI nur 600 Meter sind und die Arkade mittendrin liegt. Dieser Weg muss noch attraktiver werden, die barrierefreie Unterführung war ein Schritt dazu. Wir sind natürlich bemüht, am Hauptplatz oder Rathausplatz zu schauen, dass die Geschäfte nicht leerstehen. In den letzten Jahren ist sehr viel investiert worden am Hauptplatz. Es wird immer geredet, dass nichts gemacht wird, der Wutscher-Kreisverkehr war ganz eine wichtige Sache, der Gehsteig auf der Südseite des Hauptplatzes wurde neu gepflastert, wir haben den Durchgang zwischen Haupt- und Rathausplatz barrierefrei gemacht. Das sind alles Dinge, die von vielen als selbstverständlich hingenommen werden.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Österreich fordert seit Ewigkeiten die tägliche Turnstunde für Schulen. Ich habe sie mir selber verordnet. Seit ein paar Jahren mache ich pro Tag eine Stunde Bewegung. Das ist für mich wichtig und das ziehe ich auch durch. Es sind Wanderungen, im Winter oder bei schlechtem Wetter fahre ich mit dem Zimmerfahrrad und mache verschiedene Dehnungsübungen. Das tue ich meiner Gesundheit zuliebe und aus diesem Grund fühle ich mich auch fit wie ein Turnschuh.
Ich habe früher bei den großen europäischen Läufen teilgenommen. Beim Wasa-Lauf bin ich mitgelaufen, ich bin auch den Wiener Marathon gelaufen. Jetzt fahre ich im Sommer mit dem E-Bike, versuche das Auto wegzulassen und das Schöne daran ist, dass ich das alles gemeinsam mit meiner Frau machen kann, weil sie die selben Interessen hat.
Wir besuchen bei unseren Reisen jede Kirche, weil uns das einfach interessiert. Das ist für mich auch eine Rechtfertigung, dass ich einen stolzen Kirchenbeitrag leiste.

Gibt es Pläne für die Zukunft?
Nach meiner Amtszeit habe ich vor, Österreich und die umliegenden Nachbarländer noch besser kennenzulernen. Das mache ich mit dem Wohnmobil, dem E-Bike und natürlich mit meiner Frau. Ich habe vor, all jene Plätze, die mir bisher noch nicht vergönnt waren, zu besuchen. Das betrifft vor allem Österreich selbst, Deutschland, Italien, Frankreich und auch Skandinavien. Wir haben dafür wirklich schon konkrete Pläne.

Wo können Sie am besten entspannen?
Es gibt in Liezen einige sehr schöne Plätze. Für mich ist es wichtig, dass sie in der Nähe sind. Auf der Hinteregger-Alm gibt es viele besonders schöne Plätze, dort gefällt es mir am besten, für mich die schönste Alm der Steiermark.


Zur Person
Am 20. März 1950 wurde Rudolf Hakel in Admont geboren. Seine politische Karriere begann im Jahr 1986, als er Mitglied im Liezener Gemeinderat wurde. Von 1995 bis 1999 bekleidete er das Amt des Finanzreferenten, bevor er ein Jahr lang als erster Vizebürgermeister tätig war. Seit dem 2. Jänner 2000 ist Hakel Bürgermeister der Stadtgemeinde Liezen.
Rudolf Hakel ist verheiratet und hat zwei Töchter. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2010 unterrichtete er an der Bundeshandelsakademie Liezen.
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