24.09.2014, 00:30 Uhr

Gröbmings "Worst-Käs-Szenario"

Um der steigenden Absatzlage nach Russland Rechnung zu tragen wurde die Käserei Gröbming um 1,5 Millionen ausgebaut. (Foto: Tritscher)

Kurz nach dem Ausbau der Käserei Gröbming, ging dereren russischer Absatzmarkt verloren.

"Es ist das Worst-Case-Szenario" - also der schlimmst mögliche Fall - "eingetreten", erklärt Ennstal Milch - Geschäftsführer, Harald Steinlechner, gegenüber der WOCHE. So sei es beim besten Willen nicht absehbar gewesen, dass Russland seine Grenzen für europäische Lebensmittel gerade dann dicht macht, wenn man einen Ausbau der Gröbinger Käserei eben für diesen Markt realisiert. So laufe die Produktion in der, im August fertig erweiterten Anlage, derzeit nur mit 60-prozentiger Auslastung. Acht Mitarbeiter mussten von Gröbming nach Stainach "verlegt" werden - Leasingkräfte wurden eingespart. "Hoffnung macht der spürbare Wunsch unserer russischen Partner die Warenströme wieder ins Laufen zu bringen - die sitzen nach dem Verhängen des russischen 'Lebensmittel-Embargos' ja alle auf dem Trocknen", erklärt Steinlechner. Der politische Charakter der Einfuhrsperre annihiliere allerdings vorerst jegliche wirtschaftlichen Bestrebungen auf beiden Seiten.

Von Hundert auf Null
Tausend Tonnen Blauschimmelkäse, geplant für russische Abnehmer, wurden in Gröbming in Angriff genommen, "und wir waren mit der Produktion voll auf Kurs", kommentiert Harald Steinlechner. Dann "fielen die Schlagbäume" und die Ennstal Milch musste die Lieferungen über Nacht zur Gänze einstellen. Resultat sind volle Lagerhallen ohne Abnehmer. "Rund 20 Tonnen Käse stehen derzeit vorschriftsgemäß verpackt bereit um ausgeliefert zu werden", erklärt Steinlechner. Wenn sich die Situation binnen (ab Redaktionsschluss) drei Wochen nicht ändere, müsse man diese Lebensmittel wohl oder übel entsorgen.

Alternativen
"Da ganz Europa von den russichen Einfuhrsperren betroffen ist, sitzt nun auch der Mitbewerb auf vollen Lagern, was die Suche nach 'Ausweichabsatzmärkten' umso schwieriger macht", resümiert Steinlechner. Man versuche zwar - zum Beispiel - über die Messe in Dubai den Arabischen und Asiatischen Markt zu sondieren; wie erfolgreich dieses Unternehmen sein wird, kann allerdings nur die Zeit weisen.
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