15.11.2017, 07:00 Uhr

"Kino wird in der Freizeitgestaltung immer vorhanden sein"

Manfred Dirninger ist geschäftsführender Gesellschafter im Star Movie Liezen.

Manfred Dirninger, Star-Movie-Geschäftsführer, gewährt Einblicke in die moderne Kinowelt.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Star Movie zu bauen?
MANFRED DIRNINGER: Das alte Kino ist einfach zu klein geworden. Ich habe gemerkt, dass die Leute abwandern, lieber woanders hinfahren – und ich habe gewusst, ich muss etwas dagegen tun. Dann war ursprünglich ein neues Kino mit vier Sälen im Stadtzentrum geplant. Das ist sich aber leider platzmäßig nicht ausgegangen. Viele reisen mit dem Auto an – wir haben auch viele auswärtige Gäste – und die Parkplatzsituation wäre nicht zumutbar gewesen. Daraufhin ist die Idee entstanden, mit dem Brüderpaar Obermayr (Geschäftsführer der Star-Movie-Kette) ein gemeinsames Kino zu bauen. Wir sind uns dann schnell einig geworden und haben eine Gesellschaft gegründet. Danach begann die Suche nach einem geeigneten Grundstück und im Frühjahr 2007 rollten die ersten Bagger an.

Wie viele Besucher kommen an einem Wochenende ins Kino?
Von Freitag bis Sonntag kann es schon passieren, dass 2.500 bis 3.000 Gäste kommen. In den letzten Wochen war die Hölle los. Mit "Fack Ju Göhte", Thor und jetzt kommt auch noch "Star Wars", laufen einige gute Filme an.

Ist das Internet zur Konkurrenz geworden?

Ich persönlich betrachte es nicht wirklich als Konkurrenz. Weil jene Leute, die sich Filme im Internet runterladen, wollen meistens nur den Film als Erster sehen. Außerdem ist die Qualität oft auch nicht gut. Und genau diese Leute gehen aber auch ins Kino, wo du dann die perfekte Ton- und Bildtechnik hast. Netflix oder Amazon Prime bieten Serien "on demand" an, aber der neueste Film ist immer noch im Kino zu sehen. Wir müssen es schaffen, dem Gast das Gefühl zu vermitteln, dass er bei uns einen Kurzurlaub verbringt.

Was muss geschehen, damit ein Film abgespielt werden kann?
Das passiert alles schon im Vorfeld. Der Film wird heutzutage nicht mehr auf Rollen geliefert, sondern auf einem digitalen Medium und kann bis zu 500 Gigabyte groß sein. Diese Festplatte wird auf einen Server aufgespielt. Werbung und Trailer werden direkt eingespielt – danach beginnt der Hauptfilm. Alles, was während dieser Zeit passiert, wird vollautomatisch gemacht, sogar die Türen werden automatisch geschlossen.

Woher kommen die Gäste?
Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir einen irrsinnig großen Aktionsradius haben. Wir haben Leute aus Bad Goisern, runter bis Kalwang und sogar bis in die Radmer. Im Westen geht es bis nach Schladming und Ramsau.

Welches besondere Service wird den Besuchern geboten?
Wir haben nun seit über zwei Jahren Dolby-Atmos in Saal 1. Das ist wie 3D fürs Ohr. Bei diesem Soundsystem hast du auch über dem Kopf Boxen, mit teilweise bis zu 64 Kanälen, die den Ton so intensiv wirken lassen, dass du glaubst, du bist mittendrin.

Wird Kino weiterhin überleben?
Ich glaube nicht, dass es ausstirbt (lacht). Aber wie heißt es so schön: „Nur die starken überleben“. Daher ist es unser Auftrag, immer am Puls der Zeit zu sein – technisch wie filmisch. Kino wird in der Freizeitgestaltung der Menschen immer vorhanden sein. Es muss kein schlechtes Wetter sein, wenn der Film passt, kommen die Leute ins Kino.
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