"Alle Kunden sind uns wichtig"

Bei Gastronom Robert Schüller (im Bild mit Schwiegertochter Julia) darf an der Schank noch geraucht werden.
  • Bei Gastronom Robert Schüller (im Bild mit Schwiegertochter Julia) darf an der Schank noch geraucht werden.
  • hochgeladen von Markus Gretzl

BEZIRK LILIENFELD. Nur noch selten stehen Aschenbecher auf den Tischen in den Gasthöfen des Bezirks Lilienfeld. Wirte steckten teilweise viel Geld in Umbauten zum Schutz der Nichtraucher. Nun will die Bundesregierung diese Vorgaben wieder lockern. Nicht nur Gastronomen fühlen sich von der Politik veralbert.

Rauchende Stammgäste

"Wir konnten mit dem Problem durch den ohnehin geplanten Zubau mehr oder weniger umgehen", ist Robert Schüller froh. In seinem Landgasthaus darf an der Schank geraucht werden, im Neubau herrscht hingegen strenges Rauchverbot. "Viele meiner Stammkunden kommen am Feierabend zu mir, sie wollen sich bei einem Glaserl vom Arbeitstag erholen und dabei auch rauchen dürfen", erklärt der Gastronom. "Bei uns müssen Nichtraucher durch die räumliche Trennung nicht beim Gang zur Toilette durch den Raucherbereich gehen, daher gibt es keine Probleme", so Schüller.

Alle Kunden wichtig

Ähnlich sieht es im benachbarten Kaumberg bei Kirchenwirt Walter Halbwax aus. "Persönlich würde ich gerne eine allgemein gültige Regelung ohne Ausnahmen haben, entweder Raucher- oder Nichtraucherlokal. Viele Stammgäste sind Raucher und würden fernbleiben, wenn in meinem Lokal gar nicht mehr geraucht werden dürfte. Leute, die essen gehen, akzeptieren ein Rauchverbot eher", weiß der Kirchenwirt aus seiner Erfahrung.

Rauchfreies St. Aegyd

Ganz anders im Restaurant "Zum Blumentritt" in St. Aegyd: "Wir sind seit 2012 ein Nichtraucher-Lokal", berichten Christa Hollerer und Ulli Hollerer-Reichl.

"Entmündigung"

Im Türnitzer Gasthof "Zum Goldenen Löwen" der Familie Punz-Bertl wird Gästen ein Bereich für Nichtraucher und für die Nikotinfreunde ein Raucherstüberl geboten. "Ich möchte über meinen Betrieb selbst bestimmen können ob Raucher oder Nichtraucher. Grundsätzlich geht es mir um die Entmündigung. Als selbstständige Unternehmerin trage ich die ganze Verantwortung, muss mein Personal, Steuern etc. zahlen, wo auch niemand fragt, wo das Geld herkommt, ob man genug Umsatz hat oder nicht. Daher möchte ich mir nicht sagen lassen, wie ich meinen eigenen Betrieb zu führen habe, was ich darf und was nicht. Und jeder Gast kann selbst entscheiden, wo er hineingeht oder nicht", meint Brigitte Punz-Bertl. "Ich bin sehr wohl der Meinung, im Restaurant, wo gegessen wird, sollte grundsätzlich Nichtraucher sein", erklärt die Türnitzerin.

Zur Sache

Österreichweit unterzeichneten 881.569 Menschen das Volksbegehren zum Nichtraucherschutz. Im Bezirk Lilienfeld unterstützten 2.408 Menschen das Volksbegehren.

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