390.000 Euro Schadenssumme
Betrugsprozess endete mit drei Jahren Haft

Verteidiger Georg Thum hinterfragte Geldflüsse.
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  • hochgeladen von Markus Gretzl

Ein vermeintlich gutes Geschäft endete für einen 65-Jährigen aus dem Bezirk vor Gericht.

BEZIRK. „Ich wollte ein Produkt, das den Pferden das Leben erleichtert“, begründete ein vermögender Investor seine vor allem finanzielle Beteiligung bei der Entwicklung und Herstellung eines Produktes, das ihm ein 65-Jähriger aus dem Bezirk Lilienfeld als äußerst lukrative Innovation schmackhaft machte.

Hohe Schadenssumme

Am Landesgericht St. Pölten musste sich nun der zweifach einschlägig vorbestrafte Ideenlieferant wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs und Untreue verantworten, wobei Staatsanwalt Karl Fischer zunächst von einer Gesamtschadenssumme in Höhe von 446.000 Euro ausging.
Der selbst mittellose Unternehmer gründete und führte mit dem Vermögen seiner mittlerweile geschiedenen Ehefrau ein Einzelunternehmen. 2015 begeisterte er den Investor mit seinen Ideen. Als dieser ihm eine Beteiligung vorschlug, wies der 65-Jährige diese zunächst mit dem Argument zurück, selbst genug Geld zu haben.

Ohne Dolmetscher unterschrieben

„Ich sei ihm so sympathisch, daher würde er mich als Beteiligten im Verhältnis 10:90 akzeptieren“, habe der Beschuldigte schließlich doch gemeint, erklärte der Zeuge. Rechtliche Fragen anlässlich der Gründung einer GmbH habe man nicht besprochen, auch habe man keinen Dolmetscher in Anspruch genommen, als man sich zu einer Vertragsunterzeichnung bei einem tschechischen Notar traf. Darüber hinaus habe man überwiegend mündliche Vereinbarungen getroffen.
„Sie sind offenbar vermögend. Wieso sind Sie so naiv?“, fragte der Richter den Geschädigten. „Wir haben uns in die Hand versprochen, dass wir keine unsauberen Geschäfte machen. Ich hab ihm einfach vertraut“, meinte der durchaus unternehmerisch erfahrene Zeuge. Geblendet hätten ihn auch die Behauptungen des Angeklagten, wonach dieser selbst schon Millionen investiert und gleichzeitig Millionenumsätze gemacht habe. Laut Finanzamt Lilienfeld bezog der 65-Jährige im Jahr 2016 Einkünfte von nur rund 15.000 Euro, auf seinem Konto im August 2015 waren lediglich 997,35 Euro ausgewiesen, so Fischer anhand der Anklageschrift. Auch habe der Beschuldigte entgegen seinen Behauptungen nie ein Universitätsstudium abgeschlossen.

Drei Jahre Haft

Verteidiger Georg Thum hinterfragte die einzelnen Geldflüsse, wobei diese anhand des jeweiligen Verwendungszwecks auf den Überweisungen des Investors an seinen Mandanten abzuleiten waren. Zumindest für einen Teil der Beträge konnte zugunsten des Angeklagten argumentiert werden, der versuchte, alle Transaktionen zu rechtfertigen und sich nicht schuldig bekannte.
Für den Schöffensenat blieb schließlich eine Schadenssumme von 390.000 Euro, die neben dem Urteil von drei Jahren Haft an den Investor zurückzuzahlen sind (nicht rechtskräftig).

Verteidiger Georg Thum hinterfragte Geldflüsse.
Staatsanwalt Karl Fischer

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