Falsch abgerechnet: Prozess

Staatsanwalt Leopold Bien
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BEZIRK LILIENFELD. Wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges muss sich ein 56-Jähriger aus dem Bezirk Lilienfeld vor dem St. Pöltner Richter Slawomir Wiaderek verantworten. Zu den Vorwürfen von Staatsanwalt Leopold Bien bekannte sich der Angeklagte nur teilweise schuldig. Der Prozess wurde vertagt.
Laut Bien soll der Beschuldigte zwischen November 2016 und September 2017 als Angestellter unter anderem unrichtige Reisekosten und Diätenabrechnungen vorgelegt und einen Gesamtschaden von rund 31.000 Euro verursacht haben. Getäuscht bzw. geschädigt habe er dabei den Geschäftsführer des Unternehmens, der den verrechneten Aufwendungen seines Angestellten nachging und entsprechenden Ungereimtheiten auf die Spur gekommen sei.
In seinen Tagesberichten, die zusammengefasst in einem Monatsbericht bei seinem Arbeitgeber landeten, tauchten mehrfach Termine mit möglichen Vertragspartnern auf, deren angegebene Kontaktpersonen zum Teil erklärten, weder die Firma noch den Beschuldigten zu kennen. Es habe diese Termine nicht gegeben, in einem Fall auch gar nicht geben können, da der genannte Gesprächspartner zum fraglichen Zeitpunkt bereits pensioniert gewesen sei. Ein weiterer Zeuge gab an, dass seine Unterschrift auf einem Protokoll gefälscht sei.
Darüber hinaus habe der Angeklagte auch Provisionsvorschüsse für angebliche Vertragsabschlüsse erhalten. „Interessanterweise“, so der Geschäftsführer vor Gericht, „hat es einige Projekte tatsächlich gegeben.“ Er vermutete, dass der vorbestrafte Mann die Namen der Ansprechpersonen von früher kannte.
Der Beschuldigte fuhr seinerseits mit Geschützen gegen den Geschäftsführer auf. So behauptete er unter anderem, dass er erst 2017 erfahren habe, dass sein Chef gar keine Gewerbeberechtigung für diese Tätigkeit gehabt habe. In Übereinstimmung mit ihm habe er Überstunden nicht als Überstunden sondern als Reisespesen verrechnet und ein, eigentlich noch nicht abgeschlossener Vertrag habe als Sicherheit für einen Bankkredit herhalten müssen.
Als Wiaderek den Angeklagten mit diversen Tagesberichten konfrontierte, erklärte der 56-Jährige, diese Berichte nicht erstellt zu haben. Schließlich räumte er jedoch ein, nicht alle Kontakte, die auf der Liste angeführt waren, wahrgenommen zu haben.
„Behaupten Sie jetzt noch immer, mit diesen Personen Kontakt gehabt zu haben?“, fragte Bien nach. Der Beschuldigte überprüfte eine Liste und meinte: „Na, mit denen hab ich nichts zu tun gehabt!“ Allerdings könne er anhand seiner Fahrtenbücher, die vermutlich noch bei seinem früheren Verteidiger zu finden seien, seine Reisetätigkeiten belegen. Wiaderek vertagte daher den Prozess auf unbestimmte Zeit.

Staatsanwalt Leopold Bien
Richter Slawomir Wiaderek

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